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enn man in die Vereinigten Staaten von Amerika reisen möchte, plant man das sicher nicht wie einen Wochenendausflug nach Mallorca, und das ist auch gut so. Zeitpunkt, Flug, die Art der Fortbewegung vor Ort, Reisegruppe oder individuell, Unterkunft und, und, und... das alles sind Fragen die rechtzeitig überdacht und geplant werden sollten.

Zuerst sollte man sich über die bevorzugten Gebiete klar werden. Fahre ich nach Kalifornien und Alaska, reise ich noch kurz dazwischen  nach Honulu, oder lieber von Las Vegas zum Glacier N. P. in Montana mit Zwischenstopp in San Diego? Das ist natürlich etwas übertrieben, obwohl durchaus machbar im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten, in dem das Fliegen so normal ist wie bei uns die Auto- oder Bahnfahrt. Aber jedem ist sicher klar, worauf wir hinaus wollen. Eine Festlegung des Zielgebietes ist von Vorteil, zumindest wenn man wie die Mehrheit aller Mitteleuropäer  über maximal 3 - 4 Wochen Urlaub verfügt. Das bedeutet ja nicht, daß man nicht spontan vom Kurs abweichen kann.

Als nächstes  sollte man sich die Frage des "Wie" reisen stellen. Reisegruppe mit festgelegter Route, Gruppenfeeling, Reiseleitung und wenig individuellen Möglichkeiten oder Individualtourist als Selbstfahrer mit Motorad, PKW oder Wohnmobil, gebuchten oder auch nicht gebuchten Unterkünften und vielen Variationen der Reisegestaltung. Diese Entscheidung muß jeder für sich treffen.

Für viele ist die Busrundfahrt die ideale Art zu reisen, entweder weil sie gern in einer großen Gruppe reisen, man sich keine Gedanken über Reiseplanung machen muß oder man auf eine angenehme Art und Weise alle wichtigen Sehenswürdigkeiten präsentiert bekommt.  Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Andere möchten ihre Reise hingegen weitestgehend in Eigenregie durchführen, und diese Gruppe muß sich natürlich viel mehr Gedanken über die Art und Weise machen. Für diese sind nachfolgend ein paar Anregungen notiert. Alle Busreisenden dürfen selbstverständlich auch  weiterlesen.

Ach, gleich noch eine kurze Anmerkung zu dieser Entscheidung...wer auf eigene Faust die USA bereisen möchte, sollte doch wenigstens halbwegs englisch sprechen. Auf deutschsprechende Amerikaner zu hoffen, oder gar deutschsprachiges Personal in Hotels, Restaurants u.ä. zu erwarten, ist nicht sehr aussichtsreich, sondern eher die Ausnahme. (Vielleicht ist das in Florida anders, im Westen jedenfalls haben wir das immer so erlebt.)  Man begegnet zwar hin und wieder einzelnen Vertretern dieser Gattung, jedenfalls wissen die zumindest das es Deutschland gibt mit München, Biergärten und Berlin als zentralen Mittelpunkt unseres Lebens, aber ein fließend deutschsprachiger Bewohner dieses schönen Landes ist uns noch nicht begegnet. Vielleicht Euch? Kann ja sein.

Auf jeden Fall sind die meisten Amerikaner immer sehr interessiert, wenn sie hören, wo man herkommt, und wollen dann durchaus das eine oder andere in Erfahrung bringen über unser Heimatland, und das (womit wir wieder beim Thema wären) auf Englisch. Deshalb sollte man sich vielleicht doch eher für eine Busreise entschließen, wenn die einzigen Vokabeln "High" und "Okay" sind, die einem zu Englisch grade noch so einfallen.

So, hat man die Frage geklärt, wie man sich die  Sache so im Groben vorstellt, kommt man dann unweigerlich zu dem nächsten Schritt, der Buchung des ganzen Spaßes. Da wäre als  erstes der Gang ins Reisebüro des Vertrauens, wo man gleich auf die Nase fallen kann. Als wir unsere erste Amerikareise in Angriff nehmen wollten, sind wir erstmal durch mehrere dieser  Reiseagenturen getingelt, um wenig mehr als den TUI - Katalog in die Hand gedrückt zu bekommen. Keine Beratung, nichts. Nun mag das daran liegen, daß wir in einem eher kleinem Städtchen wohnen, mit weniger Auswahl als wahrscheinlich eine Großstadt bieten kann.

Zum Glück gibts aber auch ein anderes Reisebüro in unserer kleinen Stadt, wo wir sehr kompetent beraten wurden sind. Und wir bekamen auch mehr Katalogmaterial, z. B. FTI, ADAC - Reisen, Marlboro - Reisen, DER-Tour. Die kommen für den dararauffolgenden Sommer immer so im Oktober/November raus, und dann sollte man ruhig schon mal ein paar dieser Teile besorgen. Darin gibt es vorgefertigte Rund- reisen, aber auch oft viele Einzelbausteine zum Selbstzusammenstellen seiner Reise.

Da wir nun im Zeitalter der Hochtechnisierung leben ist der Gang ins Reisebüro aber nicht mehr unbedingt erforderlich. Heutzutage kann man auch alles über Internet abwickeln. Ist nicht weiter schwer, und klappt auch gut. Vorallem wenn man mehrere Bausteine zusammensetzen möchte, fährt man damit ganz gut. Man kann aber auch beides kombinieren. Wir haben z. B. einen Teil unserer Reise (Flug + Auto + einige Hotels) im Katalog gebucht, und einige Hotels über Internet. Alles kein Problem. Wer das erstemal rüberreist wird sicher das Reisebüro vorziehen, was auch gewisse Vorteile mit sich bringt, wie zum Beispiel den Sicherungsschein.

Für welche Variante man sich auch entscheidet, man sollte es rechtzeitig tun. Vorallem wenn man in der Hauptreisezeit Juni - September fahren will, sollte man allerspätestens ein halbes Jahr eher, besser noch früher, buchen. Zumindest den Flug. Erfahrungsgemäß ist es etwas schwierig, kurzfristig freie Plätze in Maschinen zu bekommen, außer vielleicht First Class. Und selbst bei rechtzeitiger Buchung kann es durchaus überbuchte Maschinen geben, ist uns auch schon passiert. Deshalb immer schön zeitig am Flughafen sein, ihr wisst doch "recht- zeitiges Kommen sichert gute Plätze".

Dann stellt sich die Frage wie man sich in Amerika fortbewegt. Auto, Camper, oder auch größere Streckenabschnitte mit dem Flugzeug zu bewältigen. Das ist gut möglich mit Flight - Coupons. Die kann man in unterschiedlicher Stückzahl bei vielen amerikanischen Fluggesellschaften erwerben, und so auch große Entfernungen in kürzester Zeit überwinden.

Wer mit einem Mietwagen oder Mietwohnmobil durch die USA touren möchte, sollte dies von Deutschland aus vorbuchen. Das ist fast immer billiger, da die Reiseveranstalter gute Konditionen mit den Mietwagen- unternehmen aushandeln. Es gibt auch Angebote von Reisever- anstaltern, die Flüge und Mietwagen kombiniert anbieten, da kann man gut sparen. Bei Mietwagen unbedingt auf die Konditionen achten. Wichtige Versicherungen sind die Vollkasko und Haftpflichtver- sicherung!!!! Darauf achten, das die im Mietpreis inbegriffen sind, ebenso wie unbegrenzte Freimeilen, sonst zahlt ihr hinterher ganz schön drauf.

Was ihr nicht braucht sind irgenwelche Insassenversicherungen und so, das seit ihr ja über die Vollkasko gut versichert. Die Mietwagenunter- nehmen werden natürlich versuchen Euch noch die eine oder andere Zusatzversicherung schmackhaft zu machen, da braucht ihr Euch nicht drauf einzulassen.

Bei manchen Mietwagenangeboten ist nur ein Fahrer im Preis inbe- griffen, zusätzliche Fahrer müssen dann vor Ort nachgebucht werden. Wählt auch den Wagentyp nicht zu klein, die amerikanischen Autos haben meist einen kleinen Kofferraum und die Gepäckstückanzahl im Katalog ist meist großzügig berechnet. Auch die gegen Aufpreis inbegriffene "Tankfüllung" die oft angepriesen wird, ist Quatsch, ihr schafft es nie, den Tank dann zum Schluß ganz leer zu fahren, und die Mietwagenfirmen verdienen immer dran. Tankt lieber noch mal vor der Abgabe und bezahlt nur das, was ihr auch verbraucht habt. Nicht ganz unwichtig ist auch das Alter der Fahrer, unter 25 - Jährige zahlen häufig Aufpreis. Verschiedene Angebote vergleichen.

Auch nicht ganz unwichtig ist die Übernachtung, wenn man denn vor Ort ist. Zumindest die erste und letzte Nacht nach Ankunft bzw. vor Abflug sollte man vorbuchen. Damit erspart man sich viel Streß, und nach einem so langen Flug hat man meist wenig Lust, noch auf Hotel- suche zu gehen. Das gilt auch für den Rückflug. Für den Rest der Reise bleibt das jedem offen.

Wer noch keine klaren Streckenvorstellungen vor Augen hat und möglichst flexibel bleiben möchte, muß nicht unbedingt Hotels o. ä. vorbuchen. Man findet durchaus immer ein Bett zum Schlafen in einem der vielen Motels entlang der Highways. Ob die dann immer den Vorstellungen entsprechen, ist eine andere Frage. Wobei die Qualität der Hotels und Motels fast immer gut bis sehr gut ist, der Standard ist höher als hier in Germany.

Und auch wer in Nationalparks reisen will, kann nicht immer damit rechnen, in der Nähe der Parks Unterkunft zu finden. Ganz zu schweigen von den Unterkünften in den Parks. Die sind oft Monate, manchmal ein Jahr im Vorraus ausgebucht, vorallem in den Sommermonaten, wenn auch die Amerikaner Urlaub machen. Wem das aber schnuppe ist, und  wer auch gern mal mitten in der Pampas oder in einem kleinen Örtchen abseits der großen Attraktionen übernachtet, hat  meist keine Probleme Nachtquartier zu finden. Im schlimmsten Fall hat man ja noch sein Auto.

Wer aber, und das wollen ja die meisten, die Nationalparks und Sehenswürdigkeiten, besuchen will und klare Vorstellungen über seine Reiseroute hat, sollte sich überlegen, ob er nicht doch vorbuchen will. Das garantiert das Dach überm Kopf auf jeden Fall. Auch in und um die Parks. Und man erspart sich das Rumfahren und Suchen, vorallem wenn man vielleicht 500 Meilen mit dem Wagen geschrubbt hat, oder einem noch die 20 km - Wanderung in den Knochen steckt. Sich dann noch auf Hotelsuche zu begeben, kann sehr ermüdend sein.

Hier gilt es also das Für und Wider abzuwägen und sich dann je nach angstrebter Reiseart zu entscheiden. Wer im Nordwesten (vorallem Montana, Idaho - etwas besser, aber auch nicht so umfassend ist die Lage in Washington, Oregon und Wyoming) herumreisen möchte, wird hierbei allerdings nicht um die Internetbuchung drumherumkommen, es gibt unseres Wissens nach kaum oder besser gesagt keinen Reisever- anstalter der Hotels oder Unterkünfte in diesen Gefilden führt.

Wer mit Wohnmobil oder Zelt unterwegs ist, hat natürlich da weniger Probleme, hier ist die Lage oft anders herum, man kann gar nicht vorbuchen, sondern es gilt das Prinzip "First Come - First Serve", frei übersetzt - wer zuerst kommt mahlt zuerst. Die Campingplätze in und um die Nationalparks sind meist in gutem Zustand, und recht preiswert. Es gibt wohl auch private Campingplätze, diese sind aber meist teuer. Wildes Campieren ist übrigens auch in Amerika nicht erlaubt.

Für alle selbstmotorisierten Amerikaurlauber ist es empfehlenswert sich über den ADAC Kartenmaterial zu besorgen, und auch schon mal in good old Germany einen Blick drauf zu werfen. Der ADAC hat gute Kontakte zum AAA, dem amerikanischen Pedant zu unserem Club. Der ADAC hat auch Karten des AAA über die einzelnen Bundesstaaten, wenn auch nicht für alle (Montana fehlt).

Diese Karten sind sehr detailiert, man muß aber bei der Bestellung konkret danach fragen. Und man muß Mitglied im ADAC sein, aber das ist wohl allen klar. Alle anderen müssen sich über den Buchhandel Karten- material besorgen. Wichtig sind auch Stadtpläne für die großen Städte, sonst verliert man die Übersicht.

Und das man sich den einen oder anderen Reiseführer zulegt versteht sich wohl von selbst.

Mit Karten und Reiseführer ausgerüstet kann man dann an eine grobe Streckenplanung gehen. Es empfiehlt sich durchaus schon mal hier die zurückzulegenden Kilometer zu überschlagen, da kann man sich nämlich ganz schön vermachen. Das ist einmal auf die Tatsache zurückzuführen, daß man in Amerikanien nicht so schnell durch die Lande düsen darf wie bei uns, und auch die Geländebeschaffenheit kommt zum Tragen. Wenn man sich zum Beispiel durch die Rockies schlagen muss, können 50 Kilometer über Bergpässe und Serpentinen (die schon mal auf einen empfindlichen Magen schlagen können) durchaus zur Mehrstundentour werden. Außerdem wird man seine Route im Idealfall ja immer so zusammenstellen, daß die angesteuerten Ziele gut miteinander verknüpft werden können.

Ach so, alle die Reisen oder Bausteine vorbuchen, bekommen soge- nannte Voucher, die das Einchecken in Hotels oder das Abholen des Mietwagens etwas erleichtern.

Und zum Schluß noch mal kurz zu oben angesprochenen vorgefertigten Mietwagenrundreisen. Unsere erste Tour als unerfahrene Amerikaneulinge ist so eine Tour gewesen. Man bucht quasi eine komplette vorgefertigte Rundreise, die man dann abfahren kann. Ehrlich, das ist purer Streß. Man fegt  jeden Tag hunderte Kilometer weit mit dem Auto, kommt nach- mittags irgendwo an und wenn man etwas mehr als die Hauptattraktionen eines Parks sehen will muß man sich tierisch abhetzen. Wandern ist nur begrenzt möglich und wir sind nie vor Einbruch der Dunkelheit aus den Parks raus, um dann ins Bett zu fallen und morgens wieder loszudüsen.

Es bringt echt mehr sich selbst eine Reise zusammenzustellen, in einem Park ruhig mehrere Tage zu verweilen und dann erst weiterzufahren. Man hat vielmehr davon. Man ist dann zwar nicht in 10 Parks gewesen, sondern vielleicht in 4 - 5, aber weniger ist machmal mehr.

So, wir hoffen, Euch ist mit diesen paar Hinweisen etwas geholfen, viel Spaß beim Planen Eures Trips in die USA!!!!!
 

 

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