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| USA
2000 - Südwest - Teil 1

......und
es geht weiter......
m
Anfang wollten wir eigentlich gar nicht schon wieder in die Vereinigten Staaten
reisen, wegen teuer und so. Aber da wir ja nun bekanntlich am Amerika - Fieber
erkrankt waren, und wir eines Tages an
einem Reisebüro vorbeischlenderten, daß ausge- rechnet mit Amerika im
Schaufenster warb, haben wir "einfach mal so" wieder Reisekataloge nach Hause
geschleppt.
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 Zion
National Park
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Nur mal gucken, Information kann ja nicht schaden nicht wahr. Kurze
Zeit später stand dann fest, wir fahren
in den Urlaub nach ....... Amerika. Gleichwohl wir nicht wieder eine
vorgefertigte Mietwagenrund- reise antreten wollten. Diesmal stellten wir unser
Reiseprogramm selbst zusammen. Wo mit der Rundreise beginnen, welche Parks
ansehen, welche Mietwagenfirma, Hotel vorbuchen oder nicht, und fliegen mit
Lufthansa. Nach einigem Hin und Her stand die Route fest, und alles wurde
gebucht. Las Vegas, Glen Canyon, Rocky Mountains N. P., Yellowstone, Grand
Teton,Salt Lake City, Bryce Canyon und Zion standen auf dem Plan. Also bei
weitem nicht so viele Parks wie bei der ersten Reise.
Aber wir wollten diesmal
lieber etwas länger an den einzelnen Orten bleiben und diese dafür besser
erkunden. Mittlerweile hatten wir auch unsere Wanderausrüstung aufgestockt und
an unserer Kondition gearbeitet. Unserem zweiten Amerikaabenteuer stand also
nichts mehr im Weg.
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1.Tag - 12.08.2000
/ Leipzig - Las Vegas |
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flogen also wieder via Frankfurt in die USA, diesmal mit einem weiteren
Zwischenstopp in Washington. Dort erledigten wir alle Formalitäten
(selbstverständlich haben wir uns beim gemeinschaftlichen Ausfüllen der
Einreiseformulare im Flugzeug wenigstens 1x verschrieben), und auch das
Durchchecken des Gepäckes, mit dem man ja auf dem ersten Flughafen auf
amerikanischem Boden zum Zoll muß (jeder Amerikatourist kennt das) verlief
völlig reibungslos. Wir hatten nicht allzu viel Aufenthalt in Washington, und
ich hatte mir ernsthaft Sorgen gemacht, ob wir das Einreiseprogramm jemals in der Zeit schaffen würden. Aber, alles easy, alles okay. Und schon
saßen wir in der Maschine, die uns nach Las Vegas bringen sollte. Ordnungsgemäß
verstauten wir unser Handgepäck im Fach, und warteten auf den Start. Es legten
noch andere was rein, wie das so ist, das Flugzeug war total ausgebucht. Als es
losgehen sollte, schloß die Stewardess alle Klappen. Eine ging nicht zu. Ratet
mal, welche Klappe das wohl war, genau unsere. Nach kurzer Zeit wurde
festgestellt, dass das Schloß kaputt war. Der Wartungsservice mußte ran. Schloß
ausgebaut. Kurz darauf bemerkte man, dass kein Ersatzteil da war. So ging das
eine ganze Weile hin und her, so ungefähr eine Stunde. Natürlich konnten wir
dadurch nicht starten. Als auf dem ganzen Flugplatz kein Ersatzteil
aufgetrieben werden konnte, entschloß man sich dazu, das Fach leerzuräumen,
meine empfindliche Kameraausrüstung in ein völlig überfülltes anderes Fach zu
stopfen und die kaputte Klappe mit Klebestreifen festzukleben. Sofort griff
Mark ein und rettete meine Fotokamera aus dieser "lebens- bedrohlichen" Situation.
Den Rest des Fluges, den wir dann auch noch antraten, verbrachte sie bei uns.
Unter meinen Sitz konnte ich sie nicht schieben, da knaute bereits eine
Perserkatze. Das dann auch noch heftige Turbulenzen auftraten und die Fernseher
kaputt waren, wundert sicher keinen mehr. Spät abends trafen wir dann in Las
Vegas ein. Da wir ja alle Formalitäten erledigt hatten, dachten wir, wir
könnten schnell ins Hotel, aber ein übereifriger Sicherheitsbeamter am Ausgang
des Flugplatzes, hinderte uns am Verlassen des selbigen. Er kontrollierte noch
mal alle Papiere und Pässe und wahr dann immer noch nicht zufrieden. Nachdem
ich ihm dann auch schon leicht genervt klar machte, daß ich nicht wüßte, was er
jetzt immer noch von uns wolle, hat er uns dann endlich passieren lassen. Zum
Glück war das das einzige Mal, wo wir so unfreundlich behandelt worden sind.
Sonst sind die Leute von den Pass- und Zollstellen, und auch die
Sicherheitsbeamten immer alle sehr nett gewesen.
Totmüde kamen wir dann im Luxor an, einchecken und ab ins Bett.
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2.Tag - 13.08.2000
/ Las Vegas - Lake Powell |
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erholt erwachten wir am Morgen und nach einem ausgiebigen Frühstück holten wir
unser Auto ab und starteten unsere Rundreise. Diesmal hatten wir uns einen
etwas größeren Wagen ausgesucht, und unser ganzes Gepäck passte in den
Kofferraum. Auf unserer Fahrt nach Page mußten wir natürlich tanken. Unser Auto
war mit allen Schikanen ausgerüstet, unter anderem mit einer Fernbe- dienung.
Mark hatte natürlich genau an der Tankstelle nichts anderes zu tun, als erstmal
auf das rote Knöpfchen mit der
Aufschrift "Panic" zu drücken. Ein nicht zu überhörendes Hupkonzert begann. Nur
wie das wieder stoppen. Also erstmal weg von der Tanke. Ich sah im Geiste schon
die Cops anrollen und uns wegen Autodiebstahls verhaften. Ich dachte, wenn´s
mit dem Knöpfchen angeht, muß es doch auch mit dem selben wieder ausgehen. Es
war auch so, zum Glück. Weiter ging die Fahrt. Am Nachmittag kamen wir dann in
Page an und bezogen unser Hotel. Wir fuhren noch zu einem Aussichtspunkt am Lake
Powell und zum Lone Rock. Beim Filmen des Lone Rock flog Marks neueste
Errungenschaft (zumindest ein Teil davon, der Schaumstoffüberzug eines
externes Mikrofons) durch die Gegend, was unheimlich lustig aussah. Zumindest
wie er hinterhüpfte, um das "wichtige" Detail wieder einzufangen. Er konnte es
auch wieder erhaschen, und so war der Abend gerettet. Es hatte angefangen in
Strömen zu gießen. Nach einem schönen Abend- essen kauften wir noch im Supermarkt
ein und dann ab ins Hotel.
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3.Tag - 14.08.2000
/ Lake Powell
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diesem Tag wollten wir früh in den
Antelope Canyon absteigen. Also fuhren wir los, und bogen gleich an der ersten
Ausfahrt ab. Es stellte sich heraus das es einen Upper und einen Lower Antelope
Canyon gibt. Hier mußte man erst noch mit dem Jeep fahren, genauer man wird
gefahren, und da war bereits alles ausgebucht. Aber ein Stück weiter auf dem
Highway war noch die Einfahrt zu dem
anderen Teil des Antelope Canyon und dort konnte man selbst absteigen. Wir und
noch eine deutsche Familie wurden von einem Navajo zum Abstieg hingeführt, und
konnte dann allein den Slot Canyon erforschen.
Wir ließen der Familie den Vortritt an der schmalen Leiter, und die
Tochter kletterte runter, nur um gleich wieder hochzukommen, mit den Worten
"Eine Schlange, eine Klapperschlange". Diese hatte es sich gleich hinter der
Leiter in einer Nische gemütlich gemacht und war wenig erfreut über die
Störung. Nach kurzer Diskussion kletterte die Mutter der Familie die Leiter
herunter. Da die anderen Familienmitglieder noch zögerten, kletterten wir als
nächste runter. Die Klapperschlange lag immer noch zusammengerollt in ihrer
Nische und beobachtete das Treiben. Manitou sei dank, war sie noch nicht sehr
groß. Ich weiß ja, dass das bei Giftschlangen nicht unbedingt ausschlaggebend
ist, damals fand ich das aber irgendwie beruhigend.
Sie hatte keine Rückzugsmöglichkeit und warnte daher, ihr nicht
zu Nahe zu kommen. Aber mal ganz ehrlich, wer ist da schon scharf drauf. Alle
hielten gebührenden Sicherheitsabstand und so konnten wir unversehrt in den
Canyon absteigen. Wir liefen los, hörten aber noch, dass auch die anderen dem
Beispiel ihrer Mutter gefolgt waren. Der Canyon war sehr schön und wirklich
teilweise ganz schön eng. Die Lichtspiele waren irre. Am Ende hatte man die
Wahl an der Wand hochzuklettern, oder über Leitern nach oben zu steigen. Wir
entschieden uns für letztere Variante, da wir ja auch noch den Rest der Reise
antreten und nicht als Skelette eine weitere Attation des Canyons darstellen
wollten.
Mittags
wollten wir in der Paria Canyon Wilderness wandern gehen, fuhren aber
erstmal in die falsche Richtung. Nach 2 Stunden waren wir dann an der richtigen
Stelle, nur um an der Warntafel zu lesen, dass eine Flasch Flood Warnung
herausgegeben wurden war. Wir überlegten noch, ob wir es trotzdem wagen
sollten, als ein Ranger kam. Wir befragten ihn nach der Situation, und er
meinte, dass wir auf keinen Fall reinwandern sollten, das wäre viel zu
gefährlich und leichtsinnig . Die Gefahr von der Flutwelle weggespült zu werden
sei viel zu groß, und da auch der Weg bis zum Startpunkt nur eine Schotter- und
Sandpiste war, hätten wir da mit einem normalen PKW auch schlechte Chancen
gehabt, wieder wegzukommen. Er sagte noch, dass das jetzt die ungünstigste Zeit
zum Wandern im Paria Canyon sei, da fast jeden Nachmittag schwere Gewitter
kamen. Also zogen wir unverrichteter Dinge wieder ab.
Wir wußten so recht nichts mit unserer gewonnenen Zeit
anzufangen, und fuhren erstmal zum Hafen. Dort spazierten wir etwas am See
herum, und dann fuhren wir nochmal zu einem tollen Aussichtspunkt, dem
"Horseshoe Bend", dort schlengelt der Colorado River sich um eine Superkurve
herum. Nachmittags donnerte es dann wirklich und abends regnete es.
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4.Tag - 15.08.2000 Lake Powell - Rocky Mountains N.P. |
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heutige Tag war als reiner Fahrtag eingeplant, da es bis Loveland (was für ein
Name) knappe 600 Meilen waren, die es zu bewältigen galt. Nach etwa 4 Stunden
waren wir noch ganz fröhlich, nach 8 sah das schon ganz anders aus. Uns wurde
wieder einmal bewußt, daß 600 Meilen auf der Karte und 600 Meilen im Auto ein
gehöriger Unterschied waren, noch dazu, wenn man nicht schneller als 70 mph fahren darf. Als ob das
nicht schon schlimm genug wäre, kamen dann in den Bergen auch noch
sintflutartige Regenfälle dazu und bei Aquaplanning auf der Interstate hörte
der Spaß dann gänzlich auf. Zum Glück
ist nichts passiert, und nach 12 Stunden Autofahrt kamen wir dann erschöpft in
unserem Hotel an.
Wir hatten einen Bärenhunger und suchten noch ein Restaurant.
Wir kamen in eine urige Westernkneipe namens "Lone Star". Ganz in der Tradition
des gleichamigen Bundesstaates Texas gab es hier riesige Steaks und leckere
Potatos. Das erweckte unsere Lebensgeister wieder und gut gestärkt fielen wir
in unsere Betten.
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5.Tag - 16.08.2000
/ Rocky Mountains N.P.
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a es zum
Park noch ein gutes Stück zu fahren war, brachen wir früh auf. Als erstes
wollten wir die Trail Ridge Road abfahren, um uns einen Überblick zu
verschaffen. Wir hielten hier und da, schauten uns tolle Ausblicke an, spazierten
das eine oder andere Stück, und staunten über die vielen Wildtiere, die es hier
zu sehen gab. Das war das erstemal, das wir soviele Tiere zu Gesicht bekamen.
Rehe, Hirsche, Bighorn Schafe. Am Alpine Visitor Center angekommen, war es ganz
schön kalt. Wir fuhren noch ein Stück weiter, und dann wieder zurück. Am
Nachmittag machten wir eine Wanderung zum Bear Lake, vorbei am Nymph Lake zum
Dream Lake hinauf. Das ist wirklich ein traumhaft schöner See, und da es
mittlerweile wieder regnete, waren wir auch ganz allein dort oben. Leicht
durchnäßt kamen wir wieder am Auto an. Den Abend ließen wir beim Shopping
gemütlich in Loveland ausklingen.
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6.Tag - 17.08.2000
/ Rocky Mountains N.P. |
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eute
hatten wir eine Wanderung im Wild Basin geplant. Das ist ein weniger stark
frequentierter Teil des Parkes, und ein tolles Wandergebiet. Wir wanderten bei
strahlendem Sonnenschein los. An den Ouzel Falls machten wir ein Picknick, und
ein freches Streifen- hörnchen klaute erstmal das Salatblatt von unserem
Sandwich. Wir wanderten noch ein Stück weiter, da es sich aber wieder
eingetrübt hatte, und in der Ferne donnerte, beschlossen wir den Rückweg
anzutreten. Unklugerweise, wie sich später herausstellen sollte, gingen wir
nicht den selben Weg zurück, sondern wollten auf einem anderen Trail das ganze
als Rundweg beschließen. So marschierten wir anstatt runter erstmal wieder
rauf. Wir waren natürlich just oberhalb der Baumgrenze als das Gewitter uns
eingeholt hatte. Zum Zurückgehen war es allerdings auch zu spät, also gingen wir
straff weiter, und erreichten dann auch die Baumgrenze schadlos. So stapften wir weitere 3 Stunden durch den
strömenden Regen. Zu allem Überfluß hatte ich mich auf der Karte verguckt (da
wir keine Regenhülle hatten mußte ich ziemlich schnell gucken), und wir hatten
dementsprechend den längsten Weg gewählt. In Marks Wanderschuhen bildeten sich
langsam kleine Seen, meine an- geblich wasserdichte Uhr gab ihren Geist auf und
unsere Hosen klebten an den Beinen. Zum Glück hielten unsere Regenjacken den
Rest trocken. Einschließlich der Rucksäcke. Ziemlich angefeuchtet kamen wir
dann zum Auto, und fuhren zum Hotel. Seit diesem Erlebnis führen wir immer
ausreichend Regen- und Wechselsachen im Rucksack mit. Unseren letzten Tag in
Loveland wollten wir wieder im "Lone Star" ausklingen lassen. Dort war jedoch
ein Riesenandrang, also ließen wir uns auf die Warteliste setzen. Nach einer ¾
Stunde waren wir dann dran. Wir hatten wieder eine supernette Bedienung, die
allerdings unsere Drinks ohne Strohhalm brachte. Wer schon einmal in den USA
war weiß, daß die zu 2/3 aus Eis bestehen, und man die nicht ohne so eine
Trinkhilfe schlürfen kann. Wir versuchten auf herkömmliche Weise zu trinken,
aber das war aufgrund der Eismenge einfach unmöglich. Ich zerbrach mir den
Kopf, wie die Trinkröhrchen wohl auf englisch hießen. Drink Pipe für Röhrchen,
oder doch eher Stick für Stäbchen? Oder noch anders????? Ich hatte
selbstverständlich ein Wörterbuch mit, nur leider lag das im Hotelzimmer. Ich
entschied mich dann dafür, bei der Kellnerin Drinking Sticks zu bestellen. Nach
kurzem Unverständniss das sich auf ihrem Gesicht breitmachte, wußte sie dann
was wir wollten, und lachte erstmal herzhaft. "Do yoe mean straws?" Straw - die
Dinger heißen Straw - Strohhalm, ich hätte nie gedacht, daß die Amerikaner das
auch so nennen. Strohhalm ist also ein internationaler Begriff für
Trinkröhrchen. Man lernt nie aus.
Lachend brachte sie dann unsere "Drinking Sticks", wie sie noch einmal
amüsiert bemerkte, und auch wir mußten ganz schön kichern.
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7.Tag - 18.08.2000 Rocky Mountains N.P. - Yellowstone N.P.
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eute
war wieder ein reiner Fahrtag anberaumt, und zwar waren es wieder c. 500 Meilen
bis nach West Yellowstone. Nach einer ruhigen Fahrt quer durch Colorado und
Wyoming (halt, ganz so ruhig war es auch nicht, schließlich wurden Augenzeugen
einer Verfol- gungsjagd. Ein Polizeiwagen jagte einen Raser auf der Interstate,
der außerdem auch noch bis unters Dach vollbeladen mit allem möglichen Zeug
war) kamen wir gegen 19 Uhr am Osteingang des Parkes an. Wir mußten "nur noch"
den Yellowstone durchqueren, und schon wären wir da. Doch wer den Yellowstone
kennt, weiß, dass das leichter gesagt als getan ist. Wir fuhren noch nicht
allzu lange auf der Parkstraße als wir erstmals vom "20-jährigen!!"
Straßenausbauprogrammes des Parks gestoppt wurden. Dann kamen wir zum
Yellowstone Lake. AH und OH. Ein Stück weiter bogen wir um eine Kurve und
ein entgegenkommendes Fahrzeug flackerte uns mit Lichthupe an. Sekunden später
kam der Grund auf uns zu - ein Bison. Ausweichen - Kinnlade hochklappen -
Weiterfahren. Dann die ersten heißen Quellen. Wieder anhalten - booh. Stückchen
weiter - stopp! Auf den herrlichen
Wiesen im stimmungsvollen Abendlicht grasten Bisons mit ihren Jungtieren. Aber
jetzt fahren wir durch. Juchu Wapitis. Halt mal an. So ging das weiter bis wir
endlich den Westausgang des Parkes erreicht hatten. Gegen 21.30 Uhr checkten
wir in unser Hotel ein. Noch was essen und ab in die Falle.
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8.Tag - 19.08.2000
/ Yellowstone N.P.
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eute wollten wir erstmal den Grand Loop abfahren, und uns einen Überblick über den
Park verschaffen. Wir starteten nach einem ausgiebigen Frühstück noch recht
zeitig am Morgen. Im Park herrschte eine herrliche Stimmung, da es recht frisch
war, und die heißen Quellen wie verrückt dampften und dadurch Nebel
entstand. Zuerst steuerten wir das
Visitor Center am Old Faithful an, und wir hatten auch Glück. Der Geysir sollte
alsbald ausbrechen. Wir sahen uns noch etwas um, und suchten uns dann einen
schönen Platz am Geysir. Es war ein tolles Schauspiel, vor strahlend blauem
Himmel. Danach wanderten wir noch das Upper Geysir Basin ab, snackten eine
Kleinigkeit und fuhren weiter zum Yellowstone Fall.
Auf der Fahrt dorthin kamen
wir wieder durch das Hayden Valley und diesmal weidete eine riesige Bisonherde
direkt neben der Straße. Es ist beeindruckend, diesen Tieren, natürlich mit
gehörigem Sicherheitsab- stand, zu beobachten. Im Yellowstone Canyon angekommen
besuchten wir zuerst den Upper Fall, und dann den Lower Fall. Eine kurze
Wanderung zum Inspiration Point und Grand View Point folgte, wo wir den
herlichen Ausblick genossen. Weiter
gings zum Tower Fall, wo wir aber kaum etwas sehen konnten, da gerade eine
Horde Japaner ihre Fotoaufnahmen machen mußten, und ohne Rücksicht auf Verluste
drängelten was das Zeug hielt. Wir traten den Rückzug an und erfreuten uns
kurze Zeit später am Anblick eines Osprey, der auf seinem Horst saß. Diesen
hätten wir aber ehrlicherweise nie gesehen, wenn nicht ein netter Tierfotograf
ihn uns gezeigt hätte.
Wir fuhren weiter
durch die Northern Range bis zu den Mammoth Hot Springs. Es war sehr heiß an
diesem Tag, und Mark hatte sich wie immer einen Sonnenbrand eingefangen, da er
der Meinung war, sich nicht eincremen zu müssen. Seine Erfahrungen zwecks
Kopfbedeckung aus dem letzten Jahr waren auch vergessen gewesen, und daher
waren Nase und Nacken rot wie bei einem Krebs. Das trübte die Stimmung schon
gewaltig, gänzlich hin war sie dann, als bei unserem Rundgang an den (übrigens
traumhaft schönen) Sinterterrassen, sein geliebter Schaum- stoff des externen
Mikrofons (ihr erinnert euch sicher noch an Lake Powell) nun für immer durch
einen Windstoss davongetragen wurde. Wir suchten noch eine Weile, er blieb aber
auf ewig verschollen. Ich fand die ganze Angelegenheit eher lustig als tragisch,
aber natürlich wurde unsere verlorengegangene Neuerwebung gebührend betrauert.
Nachdem Mark sich ob des "schweren Verlustes" wieder gefangen hatte, fuhren wir
am Golden Gate vorbei, spazierten an dem Obsidian Cliff entlang und hörten den
Fumarolen des Roaring Mountains zu. Kurz hinter Norris Jct. standen wir wieder im Stau. Das gab uns Gelegenheit wieder
Wapitis zu beobachten.
Spät abends fuhren wir aus dem Park, und schlenderten
noch in West Yellowstone herum. Nach dem opulenten Abendmahl des vorherigen
Abends schoben wir uns diesen Abend ein paar Burger bei McDonald´s in die
Figur.
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9. Tag - 20.08.2000
/ Yellowstone N.P.
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a wir am
Tag zuvor den Park größtenteils mit dem Auto erkundet hatten, wollten wir diesmal
wieder zu Fuß starten. Wir brachen noch eher auf, um vor Sonnenaufgang im Park
zu sein.
Am Fountain Paint Pot war wieder diese tolle Nebelstimmung, und wir
wollten ein paar Aufnahmen davon machen. So zeitig war keiner weiter da, und wir
konnten in Ruhe dort herumspazieren, fotografieren und filmen. Wir waren auf
dem Rückweg zum Auto schon auf dem Parkplatz angelangt, als eine Busladung
japanischer Touristen ankam, die aus dem Bus sprangen, zum Pot rasten, knipsten
und gleich darauf wieder im Bus verschwanden. Wir waren froh, zeitig genug vor
Ort gewesen zu sein. Nach der Attacke waren alle Wildtiere verschwunden. Es ist
schon merkwürdig mit anzusehen, was Japaner so unter Reisen verstehen. Ich
meine, man weiß ja, dass sie nicht viel Urlaub im Jahr haben, und viel sehen
wollen, das ist auch in Ordnung. Jeder kann ja Urlaub machen nach seiner
Fasson, aber teilweise sind sie dabei dermaßen rücksichtslos gegenüber Reisende (siehe Tower Falls) oder Umgebung, daß ich das nicht mehr in
Ordnung finde. Nicht, das sich nun alle Deutschen vorbildlich im Ausland
verhalten, schön wär´s, aberbei
Japanern ist uns das sehr gehäuft aufgefallen, sozusagen ein Massenphänomen.
Das aber nur am Rande bemerkt. Nach unserem Fotostopp fuhren wir noch zum
Canyon Visitor Center, um uns nach unserm Wanderweg zu erkundigen. Wir hatten
vor, auf den Mt. Washburn zu wandern. Auch dort war immer noch nahezu kein
Betrieb, und wir fuhren los. An der Kreuzung standen 2 Herrschaften, und
versuchten ein Auto anzuhalten. Wir stoppten, und sie fragten uns, ob wir sie
bis zum Startpunkt ihrer Tour mitnehmen könnten. Ich unterhielt mich mit ihnen
auf englisch, wie in den USA üblich, und da es zufällig der gleiche Startpunkt
wie für uns war, sagte ich das fix Mark. (auf deutsch, klar oder). Wir wollten
sie mitnehmen, die Frau hörte uns zu, und meinte dann, dass wir uns ja dann
auch auf deutsch unterhalten könnten. Brigitte und Hajo waren auch deutsche
Urlauber, nur (beneidenswerter Weise ) mit mehr Zeit ( 3 Monate wollten sie
durch den Westen reisen). Ihre Tour war keine Rundtour, und daher mußten sie
irgendwie zum Startpunkt kommen. Auf der Fahrt unterhielten wir uns gut, und
sie schlugen uns vor, ihre Tour mitzugehen. Wir wollten es uns überlegen, bis
zum Gipfel des Mt. Washburn führte jedenfalls der gleiche Weg. Nach oben ging jeder für sich, aber nach einer Rast
auf dem Gipfel entschieden wir uns, mit den beiden mitzuwandern. So wanderten
wir insgesamt 27 km durch den Yellowstone Park, und auf 20 km davon trafen wir
keine Menschenseele. Und das in der Hochsaison. Es war toll. Kleine heiße
Quellen, Schlammtöpfe und Wald, Wald, Wald. Abends, als wir dann wieder
angekommen waren, fuhren Brigitte und Hajo uns mit ihrem Wohnmobil dann wieder
zu unserem Auto. Hey, falls Ihr 2 Euch mal auf
unsere
Seite verirrt......Schönen Gruß. Ziemlich fußlahm fuhren wir
dann zum Hotel und nach dem Essen
schliefen wir wie die Murmeltiere.
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