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North Cascades N.P.




 
Park - Information
 
Park - Map (.pdf - 884kb)


Blick auf den Diablo Lake
Diablo Lake

 

er North Cascades Nationalpark in Washington ist ein reiner Landschaftspark, mit tollen Bergen, Gletschern, Seen  und als solcher sicherlich nur Wanderfreunden zu empfehlen. Er ist sozusagen zweigeteilt in einen nördlichen und einen südlichen Teil, und zwar durch die Parkstraße. Genaugenommen ist das gar keine Parkstraße, jedenfalls nicht zu vergleichen mit den Panoramastraßen im Yosemite, Rocky Mountain N.P. oder dem Glacier. Es ist einfach der Hghw. 20, auch North Cascade Highway genannt.

Zum Parkgebiet zählen auch zwei National Recreation Areas, (Ross Lake und Lake Chelan), wo die Touristeneinrichtungen zu finden sind und die auch für Wassersportbegeisterte interessant sind.

Ansonsten ist das Parkgebiet wirklich nur zu Fuß zu erforschen. Der North Cascades Park ist interessanterweise eine Mischung aus Natur und Technik. Was im ersten Moment sehr widersprüchlich wirkt, bedeutet einfach, dass die großen Seen Gorge, Diablo und Ross Lake erst durch das Eingreifen des Menschen enstanden sind, und zwar durch den Bau der 3 Staudämme gleichen Namens, die den Skagit River aufstauen. Sie gehören der "Seattle City Light", einer Stromgesellschaft.

Die 3 Staudämme erzeugen ¼ des Stromverbrauchs Seattles.

Diese Stromgesellschaft veranstaltet auch Bootsfahrten auf dem Skagit River oder dem Diablo Lake, kombiniert auch mit Bergfahrten. Informatio- nen dazu erhält man in den Besucherzentren in Sedro Wolley oder Marblemount.

In Diablo, einer kleinen Siedlung am Diablo Lake, ebenfalls von der Gesellschaft gegründet, starten solche Bootstouren und man kann dort den Nachbau des ersten Wasserkraftwerkes des Skagit - ein Wasserrad, das Strom erzeugte, bewundern.
 


Blick auf den Ross Lake
Ross Lake


North Cascade Highway von oben gesehen
North Cascades Highway

 

 


Bergpanorama
Bergpanorama


Diablo Lake
Diablo Lake


Das, im Verhältnis zu anderen Nationalparks dieser Größe, eher kleine Visitor  Center  befindet sich nahe an der Straße, und man kann sich hier wie überall über den Park und  die Wandermöglichkeiten erkundigen.

Wenn man die Parkstraße entlang fährt, gelangt man zu Startpunkten von Wanderwegen und zu einigen reizvollen Ausblicken auf Berggipfel und Seen.

Dies ist dann aber wirklich auch alles. Nicht, dass das jetzt heißen soll,  der North Cascades sei kein schöner Park, aber hier gilt noch mehr als in anderen touristisch stärker erschlossenen Parks die Regel, dass man die wahre Schönheit der Region nur auf Schusters Rappen erkunden kann.

Es gibt nämlich keine andere Möglichkeit hin zu kommen. Dafür hat man eine große Auswahl an Wandermöglichkeiten, seien es Tages- oder Mehrtagestouren (für letzteres Permit nicht vergessen).

Der North Cascades ist ein wahres Wandereldorado, wenn man es so ausdrücken möchte. Über 500 km Wanderwege stehen einem zur Verfügung. In den höheren Lagen kann auch im Juli noch Schnee liegen.

Eine schöne Tour führt zum Ross Dam, (2,4 Meilen / 3,8 km - Hin und Zurück). Man überquert den Damm und kann dann weiter wandern bis zum Ross Lake Resort, einem Floßhotel. Genaugenommen kann man dann immer noch weiter wandern tiefer in die Wälder hinein, je nachdem wie weit man wandern will.

Wer nur eine Kurzwanderung unternehmen will kann dann vom Resort aus entweder den gleichen Weg zurückwandern, oder er fragt mal an der Hotel-Lobby, ob eine Überfahrt mit dem Boot möglich ist. Die Leute sind echt nett, und machen das auch gegen eine kleine Gebühr ( 1,00 $ pro Nase ). Es ist zwar kein offizieller Fährservice, aber so eine kurze Fahrt mit dem Motorboot ist auch nicht zu verachten. Am anderen Ufer kann man dann wieder zum Parkplatz aufsteigen

Eine weitere kurze Wanderung startet am Colonia Creek Campground hinter dem Amphitheather. Der Thunder Woods Natur Trail (1 Meile/ 1,6 km) ist ein Naturlehrpfad zu sehr alten Lebensbäumen.

Man überquert dabei auch eine Holzbrücke. Im Sommer, wenn die Schneefelder schmelzen, kann es sein, dass die Wanderung hinter dieser Brücke beendet ist. Dann steht man nämlich knietief im Wasser, und mitunter auch pohoch. Man kann zwar durchwaten, und wenn man zum Beispiel eine Mehrtageswanderung macht bleibt einem gar nichts anderes übrig, als Kurzwanderer kann man es aber auch sein lassen. Je nach Belieben.

Den Trail kann man auch ausdehnen auf den Thunder Creek Trail (19 Meilen / 30,6 km), dann aber wohl eher auf mehrere Tage verteilt, der ist nämlich nicht nur lang, sondern auch 1900 m ansteigend.
 


Ross Lake
Ross Lake


Ross Dam
Ross Dam


Andere schöne Wanderungen führen zu dem Rainy Lake und Lake Ann. Beide starten am Rainy Pass Picnic Area. Den Trail zum Lake Ann (3,8 / 6 km) kann man leicht verfehlen, der startet nämlich gleich hinein in den Wald, und das Hinweisschild ist "gut" zu übersehen, noch dazu wenn noch Schnee liegt.

Kleiner Tipp, wenn Ihr vor der Holztafel am Beginn des Trails zum Rainy Lake steht, ist der Trail zum Lake Ann rechts gleich mit steilem Anstieg, und der zum Rainy Lake links weg. Zum Rainy Lake (1,8 Meilen / 2,9 km) führt ein "befestigter" Weg, der allerdings auch wenig nützt, wenn er noch verschneit ist. Beides sind tolle Bergseen, zu denen man hinwandern kann, man kann allerdings auch beide über den Maple Pass kombinieren ( ca. 6 - 7 Meilen / 10 km).

Dabei umrundet man den Lake Ann und kommt einen Trail herunter, der einem eine wunderschöne Sicht auf den Rainy Lake von oben herab präsendiert. Diesen Rundweg kann man natürlich auch andersherum starten.

Bei beiden Varianten ist allerdings etwas Kondition erforderlich, da egal in welche Richtung Ihr auch beginnt, steile Anstiege auf Euch warten und es einige Höhenmeter zu überwinden gilt.

Der Weg zum Rainy Lake direkt ist dagegen ohne große Schwierigkeiten oder Steigungen zu bewältigen. Demzufolge benötigt man dafür auch weniger Zeit, als zum Lake Ann. Für die Rundtour kann man dann schon locker mehrere Stunden bis hin zur Tagestour einplanen.

Eine ähnliche Tour startet ein paar Kilometer weiter in südlicher Richtung  zum Blue Lake (4,4 Meilen / 7 km), wobei auch hier der eine oder andere Höhenmeter zu überwinden ist.

Wer höher hinaus will kann zum Cascade Pass (7 Meilen / 11 km ) oder zum Robinson Pass (10 Meilen / 16 km) aufsteigen. Beides sind längere Touren, besser gesagt Tagestouren mit etlichen Höhenmetern. Der Trail zum Cascade Pass startet am Ende der Cascade River Road die von Marblemount (westlich des Parks) aus in den Park führt, und die auch gut zu finden ist. Man kann den Cascade Pass Trail auch fortsetzen bis ins Stehekin Valley.
 


Ross Dam
Ross Dam


Colonia Creek -  Thunder Woods Nature Trail
Colonia Creek

 


Ross Lake
Ross Lake


Wasserfall am Rainy Lake
Wasserfall am Rainy Lake


Der Trail zum Robinson Pass ist etwas schwieriger zu finden, dazu muß man von Mazama (östlich des Parks ) die Harts Pass Road befahren, die sehr kurvig ist und dann auf die Forststraße 5400-600 abbiegen. Am Beginn des Slate Pass Trailhead startet auch der Robinson Pass Trail.

Das sind nun nur einige Beispiele für Wanderwege im North Cascades Park. Es gibt noch unzählige mehr, die auch an anderen Stellen starten. Zu manchen Trails muß man erst nach Kanada fahren, der Park reicht nämlich bis an die kanadische Grenze, und das Gebiet nördlich am Ross Lake (Hozemeen)  läßt sich nur über Kanada erreichen. Andere starten vom Stehekin Valley aus oder von Baker Lake.

Apropos Baker Lake. Der soll hier nicht unerwähnt bleiben, und schon gar nicht der Mt. Baker, ein sehr imposanter Berg vulkanischen Ursprungs der gleich um die Ecke steht. Der Mt. Baker gehört nicht zum North Cascades Park (gleichwohl aber zu der Kaskadenkette), sondern ihn umschließt eine eigene Wilderness Area, um ihn vor zu großem Massentourismus zu schützen.

Allerdings ist der North Cascades N. P. davon zum Glück noch nicht betroffen, hier ist man meist ganz allein unterwegs und trifft auch sehr selten auf Mitwanderer.

Der bereits erwähnte Baker Lake ist Erholungsgebiet und daher findet man dort jede Menge Camping- und Picknickmöglichkeiten, und auch dort kann man Touren in den Nationalpark starten.

Stehekin Valley  liegt im Süden des Parks, genauer nördlich des Lake Chelan. Es gibt keine Straße dorthin, man muß mit der Fähre oder dem Wasserflugzeug anreisen. In Stehekin gibt es ein Visitor Center, Übernachtungs- und Zeltmöglichkeiten, sowie eine Ausstellung im Buckner Homestead, in der die Lebensweise eine Bergarbeiterfamilie zu Beginn des 20. Jh. dargestellt wird.

Mit dem Bus gelangt man dann in das eigentliche Valley, wo es wieder tolle Wanderungen gibt. Schön soll der Horseshoe Basin Trail sein, auf dem man an 15 Wasserfällen vorbei kommt und der Agnes Gorge Trail, der keine nennenswerten Steigungen enthält.

Also, wer gerne wandert ist im North Cascades Nationalpark bestens aufgehoben, auch wenn er keine Superattraktionen wie andere Parks zu bieten hat. Auf jedenfall findet man hier ursprüngliche Natur, tolle Wanderwege, die sich sehr gut für Mehrtagestouren eignen und himmlische Ruhe. Die Abgeschiedenheit des North Cascades macht die Annäherung an diesen nicht ganz einfach.
 


Mount Baker
Mount Baker


Flora am Fuße des Mount Baker
Pflanzenwelt


Übernachtungsmöglichkeiten im Park sind spärlich, im Nordteil gibt es das bereits erähnte Ross Lake Resort auf dem See, im Süden findet man Übernachtungsmöglichkeiten in Stehekin und Chelan.

Außerhalb des Park gibt es wenig in der näheren Umgebung, die nächste größere Ansiedlung in westliche Richtung ist Sedro Wolley, in östliche Richtung Winthrop.

Winthrop selbst ist ein Ort in Wildwest - Romantik gehalten, alles ist entsprechend aufgemacht entlang der Main Street, einschließlich Holz- bürgersteigen, und völlig auf Tourismus ausgelegt.

Noch schriller (sorry, aber das passt wirklich) ist Leavenworth "the bavarian Village", weiter im Süden. Hier könnte man meinen, man verbringt seinen Jahresurlaub in Bavaria.

Alles ist auf Weißwurst und Saurkraut eingestellt, sozusagen bayrischer als  in Bayern. Frauen im Dirndl, die Männer knackig in Lederhosen, klassische alpenländische Baukunst, Ja mei, da legst di nieder!

Es ist sicher der skurillste Ort im ganzen wilden Westen der USA! Man kann auch entfernter übernachten, z. B. in Mt. Vernon oder Burling- ton, man muß dann aber lange Anfahrtswege in kauf nehmen.

Hier am North Cascades N. P. gestaltet sich die Übernachtungsfrage etwas schwieriger als an den meisten anderen Parks. Gerade was die beiden Orte Winthrop und Leavenworth angeht, und auch die näheren Parkunterkünfte, muß man sehr zeitig buchen, da nicht soviele Möglich- keiten vorhanden sind.

Was die Kombinationsmöglichkeiten angeht, kann man in dieser Gegend aus dem vollen schöpfen. Mt. Rainier N.P., Olympic N.P., Mt. St. Helens N.M., Seattle, die Gegend um Coeur de Alene, und auch noch der Glacier N.P. (allerdings 1 Fahrtag ist hierfür einzuplanen) sind von hier aus zu erreichen. Und auch einem Abstecher nach Kanada steht hier nichts im Wege.



 

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