|

|
|
|
|
Mount St.
Helens N.M.

Information
Übersichtskarte
|
|
 Mount
St. Helens
|
|
|
|
|
er
Mt. St. Helens, ein Vulkan von vielen in der Cascade Range,
wurde durch seinen Ausbruch am 18. Mai 1980 zu einer nationalen, ja
internationalen Berühmtheit. Noch nie zuvor wurde ein Vulkanausbruch so genau
dokumentiert, da seine Aktivität bereits seit Jahrzehnten beobachtet und seit
April 1980 sein Ausbruch vorhersehbar war. Scharen von Vulkanologen und
Fernsehteams hatten sich postiert, um das Ereignis festzuhalten.
Viele von Ihnen bezahlten dafür mit Ihrem Leben, immerhin 30 Menschen
kamen beim Ausbruch ums Leben, die meisten davon waren Journalisten und
Forscher, da das Gebiet um den Vulkan weiträumig abgesperrt worden war.
Der ehemals 2939m hohe Berg sprengte seine Kuppe weg, 390m
verlor er dadurch an Höhe. Es regnet glühendes Gestein und die Druckwelle
knickt noch in mehr als 50 km Entfernung die Bäume um. Mehr als 20 Seen werden
vernichtet. Ascheregen überzieht die gesamte Region bis nach Idaho, sogar der
Yellowstone N.P. bekommt seinen Teil ab. Die gesamte Region im Nordwesten
versinkt im Chaos. In den Großstädten kommt es zu Plünderungen und
Schießereien, die nochmals mehr als 20 Menschen das Leben kosten. Autos können
nicht fahren, Flugzeuge nicht fliegen. Der Ausnahmezustand wird verhängt. Wievielen Tieren der Ausbruch das Leben gekostet hat, läßt sich nur
erahnen.
|
|
|
|
 Mount
St. Helens
|
|
|
 Spirit
Lake
|
|
|
|
|
Am Berg selbst folgen Magma- und Geröllströme. Millionen von
Kubik- metern Schlamm und Lava überziehen die Landschaft, vorrangig im Osten des
Vulkans.
Die Folgen dieses Ereignisses, sind auch heute noch
unübersehbar. Daher wurde der Mt. St. Helens 1982 zum National Vulcanic
Monument ernannt, einerseits um Besucher das Geschehene, und die zweifellos
beeindruckende Landschaft näher zu bringen, andererseits aber auch um den
Berg, seine Umgebung und das neu sprießende Leben zu schützen.
Sehenswert ist es allemal, das Gebiet um den Berg. Für alle Besucher,
die sich diesen Anblick nicht genehmigen wollen oder können, gibt es nur 5
Meilen von der Interstate 5 Exit 49 ein Mount St. Helens National Vulcanic
Monument Visitor Center, in dem man alles vom Vulkan und seinem Ausbruch
erfahren kann. Desweitern gibt es ein Modell des Berges, in das man hineingehen
kann, und wo alles bis zur Eruption hin, simuliert wird.
Wer aber etwas Zeit hat, sollte auf jeden
Fall das Gebiet selbst besuchen. Weningstens bis zum Coldwater Ridge Visitor
Center sollte man fahren. Über die State Road 504 gelangt man vor Ort. Dort kann
man, wenn auch noch nicht ganz so spektakulär, den Krater sehen. Auch der
Coldwater Lake ist in unmittelbarer Nähe, und es beginnen einige Trails an
diesem Besucherzentrum, oder in der Nähe. Z.B. Trail Nr. 230A, South Coldwater,
südlich entlang des Coldwater Lake, oder Trail Nr. 211 nördlich des Coldwater
Lake.
Man kann auch weiter wandern bis zum Coldwater Peak und in die Mt.
Margaret Backcountry. Außerdem kann man weiter bis zum Johnston Ridge
Observatory fahren, in dem auch Videos zum Ausbruch gezeigt werden, und viele
Informationen zu erhalten sind.
Wer aber genügend Zeit hat, sollte unbedingt über
Hgw. 12 bis Randle und die Forststraße 25 und dann 99 bis Windy Ridge fahren.
Schon die Fahrt ist absolut sehenswert. Man durchfährt erst wundervolle Wälder, die fast urwaldartig
anmuten, und kommt dann immer mehr in die zerstörten Zonen um den Vulkan.
Erst
eine Zone, in dem die Bäume zwar tot sind, aber noch stehen, und inzwischen
neue kleine Bäumchen sprießen, und dann zum Schluß in absolute Ödnis. Kein
Baum, kein Strauch, nur Lava und Gestein.
Es gibt zahlreiche Viewpoints entlang
der Strecke, die an einigen steilen Abschnitten vorbeiführt, und deren Belag
nicht immer ganz intakt ist, hier und da fehlt mal ein Stück, meist direkt am
Abhang, aber man rast ja eh nicht auf solchen Pisten, und wir haben diese
Stellen ja auch früh genug bemerkt. Sicherlich werden diese Abschnitte aber immer wieder
ausgebessert.
Jedenfalls gibt es herrliche Aussichtspunkte,
z. B. Bear Meadow
und Cascade Peaks Viewpoint (hier gibt es auch ein Schnellrestaurant mit
kleinem Souvenirshop), von dem aus man schon einen herrlichen Ausblick auf den
Helens hat, und einige Wanderwege starten an der 99. Z. B. der kurze Weg zum
Meta Lake, Trail Nr. 210, eigentlich nur ein Spaziergang von wenigen hundert
Metern, an dem aber sichtbar wird, wie kleinere Bäume überlebten, die großen
jedoch hinweggefegt wurden.
|
|
|
|
 Spirit
Lake
|
|
|
 Pflanzenwelt
|
|
|
|
|
Ein anderer Trail ist der an der Forstrasse 25 gelegene
Weg zum Iron Creek, Trail Nr. 187. Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, haben alle
Wanderwege eine eigene Nummer, und sie sind sehr gut ausgeschildert. Auch im
angrenzenden Gifford Pinchot National Forest lohnen sich Wanderungen, für den
der Zeit und Interesse hat, das nur am Rande bemerkt.
Ein weiterer Trail an der 99 wäre der Indepenence Pass,
Trail Nr. 227, der auf der Bergkette entlang zu spektakulären Aussichten auf
den Krater und die (mittlerweile erkalteten) Lavaströme führt. Über den Norway Pass kann man bis in
die Mt. Margaret Backcountry wandern. Dort kann man saphirblaue Seen
bestaunen, und die
beginnende Renaturierung anschaulich verfolgen.
Trail Nr. 224, Harmony genannt,
führt einen auf einem kurzen, aber steilerem Stück bis an den Spirit Lake
heran. Der jetzige Spirit Lake, auch von der Straße aus wunderbar zu sehen,
wurde erst durch den Ausbruch geschaffen. Er liegt jetzt etliche Meter über
seinem ursprünglichen Platz, und ist auch wesentlich kleiner. In ihm liegen tausende
von toten Baumstämmen, die an der Oberfläche treiben.
Aber auch das Leben kehrt
mittlerweile zurück, Es gibt wieder Insekten, Amphibien und Fische im See. Und
auch die Wildblumen sind wunderschön in ihrem Kontrast zu dem totem Gestein.
Am Ende der Straße gelangt man dann zur Windy Ridge, die den wohl
spektakulärsten Ausblick direkt auf den Krater und die Lava bietet. Es gibt
dort Info-Tafeln, und zu bestimmten Zeiten kommen Ranger dorthin, und verteilen
Informationen zu Vulkan und Wandermöglichkeiten.
Wer einen kurzen Aufstieg
nicht scheut, sollte die unzähligen Stufen bis zum Viewpoint erklimmen, eine
Mühe die mit einem atemberaubenden Ausblick bis ins Innere des Kraters
entschädigt. Man kann sogar den Lavadom erkennen, der sich im Inneren des Kegels
gebildet hat. Außerdem sind die erkalteten Lavaströme zu sehen, und man kann sich
vielleicht annähernd vorstellen, welche Naturkräfte hier gewütet haben. Dazu
kommt eine absolute Stille, nur der Wind pfeift mitunter heftig. Auch von hier
aus starten zahlreiche Trails, z. B. zum Spirit Lake.
Auf dem Trail 216 kann man um den gesamten Berg
herumwandern, eine Strecke von ungefähr 20 Kilometern. Alle Wege die von diesem
Trail auf den Gipfel hinauf führen, dürfen nur mit einem Climbing Permit
benutzt werden, deren Anzahl pro Tag beschränkt ist. Wer einen Aufstieg plant,
ist gut beraten, sich einige Zeit vorher, am besten noch von Deutsch- land aus,
sich dieses Permit zu besorgen. Auch muß man sich für den Aufstieg bei den
Rangern ab- und wieder anmelden.
Festes Schuhwerk ist bei allen Wanderungen angebracht, da das Gestein
mitunter ziemlich scharfkantig ist. In der direkten Zone um den Vulkan, gibt es
kaum Schatten, daher Wasser und Kopfbedeckung nicht vergessen.
|
|
|
|
 Lavafeld
|
|
|
 Mount
St. Helens
|
|
|
|
|
Man könnte denken, das wäre jetzt aber wirklich ziemlich viel,
was dieses National Monument zu bieten hat, ist es aber noch lange nicht.
Auch der südliche Teil hat seine Attraktionen. Dorthin gelangt man über die
Forstraßen 83 oder 90, bzw. direkt von der Interstat 5 aus über den Hgw. 503
aus Richtung Woodland.
Dort läßt sich der Marble Mountain erklimmen, der eine tolle
Aussicht auf den Mt. St. Helens bietet (allerdings nicht auf die am stärksten
zerstörte Seite), oder die Wanderung führt weiter zum Lahar Viewpoint, der ebenfalls mit
spektakulären Aussichten belohnt.
Man kann weiter wandern an Wasserfällen und
Lava-Säulen entlang, bis in die Lava - Schlucht hinunter. Dieser Weg
setzt sich fort bis zur Windy Ridge im Osten.
Der Lahar - Viewpoint befindet sich
10,5 Meilen östlich der Kreuzung 83/90 an der 83.
Desweitern gibt es im Süden
den Lava-Canyon, Trail Nr. 184, der nicht allzu lang ist, aber mit beträchtlichem
Höhenunterschied aufwartet. Es sind einige schwierige Abschnitte dabei. Man
kann den Canyon auch von Windy Ridge aus über den Trail 216, und dann über den
Trail 234 erreichen, auch hier sind sehr steile Abschnitte dabei.
Dieser Canyon
ist bereits vor 2000 Jahren entstanden, genau wie die Ape-Cave. Diese lange
Lavaröhre ist ebenfalls damals entstanden, nur das die Lava unterirdisch
weiterfloß, und dabei diese Röhre schuf. Man kann sie auf eigene Faust
erkunden, benötigt dafür aber Taschenlampen, feste Schuhe und warme Kleidung,
da es sehr kühl in der Röhre ist.
In der kleinen Station, in der man den
Eintritt bezahlt, kann man sich Gaslampen ausleihen, man bekommt auch gleich
noch eine Taschenlampe dazu, falls erstere Ihren Geist aufgibt. Es ist wirklich
stockfinster in der Röhre, und der Weg durchaus horkelig und porkelig.
Es gibt
eine Lower und eine Upper Ape Cave, wobei die erstgenannte, die kürzere ist,
und auch die leicht zugänglichere. Beide sind über den selben Zugang zu
erreichen. Die Upper Ape Cave führt einen zu einem weiteren Ausgang, man muß
dabei aber über riesige Gesteinshaufen klettern, dass ist nicht gerade einfach,
bzw. ungefährlich. Auch die Zeit sollte man dabei im Auge behalten, 16 Uhr
werden alle Eingänge geschlossen, bis dahin möchte man wieder an der
Erdoberfläche sein.
Auf meine Anfrage hin, warum die Höhle eigentlich Ape-Cave,
also Affen-Höhle heißt, erzählte mir die Rangerin, daß ein Mann hier im letzten
Jahrhundert nach so einer Art Affenmensch, ähnlich dem Yeti, gesucht hat, und
die Höhle deshalb so heißt. Falls das jemanden interessiert.
Es gibt ansonsten auch hier noch jede Menge Wanderwege, z.B. zum June Lake, Trail 216B. oder den kurzen Trail of the Two Forests, Nr.
233. Und so weiter und so fort. Für Wanderfreunde ist also die Gegend um den Mt. St.Helens
ein wahres Paradies, und so vielfältig in seiner Erscheinung.
Aber auch Besucher die sich mehr für den geologischen
Hintergrund interessieren werden auf Ihre Kosten kommen. Es lohnt sich auf
jeden Fall einen kurzen oder langen Abstecher in diese Gegend zu unter- nehmen.
Übrigens hat sich auch die Tierwelt von der Katastrophe erholt, es gibt
wieder Squirrels - die frechen Hörnchen, Vögel, Marder, Biber, Hirsche, Kojoten
und auch Schwarzbären. Mt. St.Helens ist Bärengebiet, also ruhig mal bei den
Rangern nach aktuellen Sichtungen erkundigen.
|
|
|
|
 Ape
Cave / Lava-Gestein
|
|
|
 Ape
Cave / Lava-Gestein
|
|
|
|
|
 Ape
Cave
|
|
|
 Ape
Cave / Lava-Gestein
|
|
|
|
|
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es außer
Campgrounds keine direkt im National Monument. Einfache Motels gibt es in
Randle oder Woodland, aber die Städte Chehalis oder Centralis sind nur einen
Katzensprung entfernt, und dort gibt es genügend Hotels und alles was der
Urlauber so braucht - oder auch nicht braucht.
Selbst
Seattle und Portland sind
noch gut erreichbar, je nachdem wo man im Park
hin will, beträgt die Fahrzeit nicht mehr als 2 - 3 Stunden.
Kombinieren
läßt sich das Mount St. Helens N. M. mit allen Parks im Nordwesten, d.h. mit
dem Mt. Rainier N.P., sozusagen direkte Nach-
barn, mit Olympic N.P., North Cascades
N.P., auch Crater Lake und
Glacier N.P. sind noch zu erreichen, und wie gesagt
die großen Städte Seattle, Portland und Spokane. Auch die wundervolle
Landschaft Idahos ist gleich um die Ecke. |
|
|
|
zum
Anfang
|

|
|

|
|