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Hells Canyon N.R.A.





 
Canyon - Map (ca. 242kb)


Hells Canyon National Recreation Area
Hells Canyon

 

er Hells Canyon ist mit bis zu 2436m (im Durchschnitt ca. 1800m) die tiefste Schlucht Nordamerikas, und somit um einiges tiefer als der Grand Canyon in Arizona. Auf einer Strecke von ca. 150 Meilen hat der Snake River diese Schlucht in die Wallowa Mountains gegraben, und bildet damit außerdem auf diesem Abschnitt die natürliche Staatsgrenze zwischen Oregon und Idaho. Ob der Fluß diese Tatsache so geplant hatte sei dahingestellt, .

Der Hells Canyon ist nicht nur tiefer als der Grand Canyon, sondern auch viel breiter, an manchen Stellen liegen zwischen beiden Canyonrändern bis zu 10 Meilen, und der Snake River hat bei weitem nicht so viele Nebenarme wie der Colorado, und daher gibt es auch nicht so ein großartig weitverzweigtes Canyongebiet, sondern eben „nur“ den großen Canyon ansich. Außerdem sind 75% des Gebietes motorisiert nicht erreichbar.

Das wiederum führt dazu, daß man am Hells Canyon nicht so ohne weiteres mit dem Auto bis zu einigen Ausichtspunkten heranfahren und eine so spektakuläre Aussicht genießen kann, wie am Grand Canyon. Und das wiederum läßt einen häufig lesen, es würde sich nicht lohnen zum Hells Canyon zu fahren. Und das wiederum, stimmt nun überhaupt nicht. Jedenfalls nicht für diejenigen Reisenden, die ein bißchen mehr von Amerikas landschaftlicher Vielfalt sehen möchten, als den Grandview Point am Grand Canyon. (Ohne dessen Grandiosität schmälern zu wollen)

Natürlich muß man ehrlicherweise dazu sagen, daß ein Abstecher in diese Region vornehmlich für Wanderer interessant ist, bzw. wenn man River-Rafting oder ähnliches im Sinn hat.

Die Landschaft in dieser Gegend besteht größtenteils aus Halbwüsten, den mit ausgedehnten Nadelwäldern bedeckten Bergen der Wallowa Mountains bis hin zu den alpinen Zonen der Seven Devils Mountains. Es ist eine einsam gelegene Region, und auch nur dünn besiedelt. Durch die Bezeichnung National Recreation Area sollte man sich nicht irre führen lassen, denn im Gegensatz zu bekannten N.R.A.s wie der Glen Canyon N.R.A. am Lake Powell stehen hier bei weitem nicht so Action und Fun im Vordergrund, oder der gemütliche Familienurlaub, sondern vielmehr das Naturerlebnis an sich. Eben Wildnis pur.

Der Hells Canyon wird auf der Idaho-Seite begrenzt von den Seven Devils Mountains, dessen höchster Vertreter der He Devil mit knapp 2865m ist.

Die Canyonränder sind motorisiert nur schwer zugänglich, und daher geeigneter für Wanderer oder Reiter. Die Hells Canyon Wilderness Area darf ohnehin nicht befahren werden.

Die Forststrassen auf beiden Seiten des Canyons, die zu den wenigen anfahrbaren Aussichtpunkten führen, sind meist nur einspurig und sehr uneben, holprig, steinig, eben schwierig zu befahren mit einem normalen PKW. Vor allem mit einem Mietwagen sollte man hier kein Risiko eingehen, sondern notfalls den Wagen stehen lassen und laufen, wenn es die Entfernung und die Zeit zu läßt.
 


Bergwiese am Canyonrand
Bergwiese am Canyonrand


Blick auf den Canyon
Blick auf den Canyon


Es gibt ein sehr gutes Netz von Wanderwegen mit über 900 Meilen Länge. Der größere Teil davon befindet sich auf der Oregon-Seite. Hier gelangt man auch zum Hells Canyon Overlook, und zwar südöstlich von Joseph über die Forststraße 39 und 3965. Andere Aussichtspunkte, die über Forststraßen ganz oder zumindest teilweise angefahren werden können, sind Hat Point, McGraw und Somers Point.

Ein Wanderweg wäre der Western Rim Trail, der auf knapp 60 Kilometern vom Lookout Mountain zu den Warnock Corrals führt. Das ist natürlich eine Mehrtageswanderung. Aber es gibt auch unzählige kürzere Wege, für Halbtages- und Tagestouren.

Ein interessanter  Mehrtageswanderweg auf der Idaho-Seite wäre der 50km lange Snake River National Recreation Trail, der immer entlang des Canyonrandes durch die einsame aber grandiose Hells Canyon Wilderness zwischen  Pittsburgh Landing und Granite Peak führt. Startpunkt ist südwestlich von Whitebird gelegen, und man kommt über die Forest Road 493 bis zum Upper Pittsburgh Landing Trailhead. Wer nicht diese lange Strecke laufen will, kann vom Pittsburgh Landing aber einen tollen Ausblick auf die Umgebung werfen.

Sehr schöne Aussichtspunkte auf der Idaho zugehörigen Seite wären Kinney Point in der Nähe von Cambridge oder Heavens Gate Overlook bei Riggins. An Letzteren kann man ziemlich dicht heranfahren, und zwar bis zum Seven Devils Campground. Dort kann man auch seinen PKW stehen lassen und die letzten Kilometer laufen, da dies Stück mit einem PKW nicht mehr zu befahren ist (wir haben es uns jedenfalls nicht getraut – es ist wirklich sehr heavy), wer einen Geländewagen hat kann es bis zum Overlook selbst schaffen.

Auch auf der dieser Seite des Canyons gibt es genügend Wanderwege.

Es werden außerdem sowohl auf Seiten Oregons und Idahos auch geführte Wanderungen mit Parkrangern angeboten. Für alle diejenigen, die nicht allein in der Wildnis herumstapfen wollen. Denn Wildnis ist es wirklich, mit allem was dazugehört. Es gibt hier jede Menge Wildtiere, z.B. Hirsche, Bighorn-Schafe, Bergziegen und auch Bären und Klapper- schlangen fühlen sich hier zu Hause. Auch die Vogelkundler kommen auf ihre Kosten, es gibt hier unter anderem auch Fischadler.

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr stellt hier, vor allem auch in Flußnähe, eine Pflanze dar, und zwar die sogenannte Poison Ivy. Diese Efeuart führt zu sehr schweren Hautirritationen und Vergiftungen. Man erkennt sie an ihren dreifingrigen Blättern.

 

 


Blick auf die Seven Devil Mountains
Blick auf die
Seven Devil Mountains


Wanderung am Snake River
Wanderung im Canyon am
Snake River entlang

 

 

Um nun in den Canyon selbst zu gelangen, muß man von Cambridge aus über den Highway 71 bis Oxbow fahren, und dann über den Hells Canyon Scenic Byway bis zum Hells Canyon Dam. Der Scenic Byway führt in ständigen Hin und Her immer am aufgestauten Flußlauf entlang, vorbei am Brownlee Dam und am Oxbow Dam. Und er zieht sich ewig hin, da man ihn auch nicht schnell befahren darf, meist nur mit 25 Meilen pro Stunde. Das liegt an den vielen Kurven.

Am Hells Canyon Dam selbst befindet sich dann auch das kleine Visitor-Center, und unterhalb von diesem starten etliche Jetboat und River Rafting-Touren. Für die Rafting–Touren gibt es in den umliegenden Orten jede Menge Anbieter, am besten vor Ort erkundigen. Von Kurztrips bis zu Mehrtagesfahrten kann man alles buchen. Einige Anbieter finden sich unter:
www.idahopower.com
.

Wer genügend Zeit hat, sollte durchaus auch so eine Jetboatfahrt mitmachen. Es macht ziemlich Spaß, mit diesen Turbinenbooten über den Snake River zu düsen. Bis zu 60 kmh schaffen diese Boote. Sie wurden extra entwickelt, da der Fluß ziemlich schnell fließt, und mit normalen Booten nicht befahren werden kann. Die Jetboats sind extrem flach,haben einen flachen Stahlboden und fahren ein sehr hohes Tempo, um über die Klippen und Stromschnellen zu schießen, ohne Leck zu schlagen.

Ein Anbieter ist zum Beispiel Hells Canyon Adventures, und es gibt Touren über 2, 3 und 6 Stunden. Letzterer führt bis kurz vor Lewiston. Man kann auch von dort Touren in umgekehrte Richtung starten, da lohnt aber nur die Tour bis zum Hells Canyon Dam. Die anderen kürzeren sind weniger spektakulär, als die kurzen Trips ab dem Staudamm. Die Touren starten alle zeitversetzt vormittags.

 

 


Dickhornschafe
Dickhornschafe


Hells Canyon - Eingang
Hells Canyon - Eingang


Die Drei – Stunden – Tour startet  10 Uhr, und ist sehr schön, da man dann mittags unterwegs ist, wenn die Sonne den gesamten Canyon ausleuchtet. Man überfährt dabei einige kleinere Stromschnellen flußabwärts, und dann wieder zurück. Der Kapitän und eine Führerin/Führer erklären dabei allerlei Wissenswertes über den Fluß und das gesamte Gebiet. Mit ein wenig Glück kann man an den Ufern Tiere beobachten, mitunter sogar Bären. Außerdem hält das Boot an einer Stelle an, und man macht mit der Führerin eine kleine Exkursion am Flußufer zu einigen Stellen und Höhlen, an denen einmal ein Indianerstamm gelebt hatte. Sie erklärt sehr anschaulich einige Felsmalereien und zeigt Kultstätten. Unter anderem Felsen die Tieren ähnlich sehen, und von den Ureinwohnern benannt worden sind, und ein Schattenmännchen, daß nur zur Mittagszeit aufgrund des Sonnen- standes gesehen werden kann. Dieses haben die Indianer wohl auch verehrt. Man muß allerdings schon ziemlich genau hingucken. Ich (Kathrin) habe mich besonders „blöd“ angestellt, und obwohl die Führerin sich wirklich Mühe gegeben hat, und es mir mindestens 5 x genau gezeigt hat, (sie hat mich positioniert und mit der Hand die Richtung gewiesen etc.) habe ich es erstmals zu Hause am heimischen Fernseher mittels Videoaufnahme gesehen. Es ist nämlich ziemlich klein, und ich habe immer nach einem riesigen Männchen gespäht. Naja.

In diesen Höhlen ruhen sich übrigens besonders gern Klapperschlangen aus, also etwas Vorsicht beim Reingucken. Und auch die Poison Ivy kann man hier treffen. Auf dem Boot gibt es dann noch einen Brunch, bevor es dann weiter geht und man nochmal den Staudamm aus nächster Nähe und von unten betrachten kann. Auch sehr beeindruckend.

In der Saison lohnt es sich durchaus, vorher telefonisch zu reservieren. Hells Canyon Adventures erreicht man über 785-3352 (Oregon), oder über 1-800-422-3568 (außerhalb Oregons). Wir hatten es gemacht,  sicher ist sicher. In der Hauptsaison sind die Touren mitunter schnell ausgebucht. Eine halbe Stunde vor Abfahrt sollte man dann eigentlich da sein. Wir kamen 1 Minute vor Abfahrt an, und konnten trotzdem noch mit. Auch murrte niemand von den anderen, alles amerikanischen, Fahrgästen, daß sie extra wegen uns in das größere Boot umsteigen mußten. Ganz im Gegenteil.

Man fährt ziemlich lang bis zum Hells Canyon Dam, von Cambridge aus locker 2 Stunden, da man nicht schnell fahren darf, und tw. auch nicht kann. Da man ja meist noch weiter weg übernachtet, muß man diese Strecke dann auch noch bewältigen, und da kommen locker 3 – 4 Stunden zusammen, je nach dem wo man wohnt. Das sollte man unbedingt beachten, wenn man zu einer bestimmten Zeit am Damm sein muß. Auf der Karte sieht es nicht so zeitaufwendig aus, da man nicht erkennen kann, daß man den Scenic Byway nicht schnell befahren kann.

Außerdem ist da noch die Tatsache, daß die Zeitgrenze genau durch den Canyon verläuft. In Idaho herrscht Mountain Time, in Oregon Pacific Time. Wohnt man auf der Idaho – Seite gewinnt man eine Stunde dazu, da am Hells Canyon Dam Oregon – Zeit gilt. Bei Unsicher- heiten lieber noch mal genau nachfragen.

 

 


Blick in den Hells Canyon
Blick in den Canyon


Snake River
Snake River


Unterkunft findet man in allen größeren Orten, die jedoch alle etwas weiter weg liegen. Auf Seiten Idahos wären Riggins und New Meadows zu nennen, die beide über eine größere Anzahl von Hotels und Motels verfügen. In Oregon bietet sich Joseph an, wer eine sehr lange Fahrzeit in kauf nehmen will, kann auch noch in La Grande Unterkunft beziehen.

Campingplätze findet man innerhalb der Hells Canyon National Recreation Area, in der Hells Canyon Wilderness ist Campen nur im Rahmen von Übernachtungen bei Mehrtageswanderungen erlaubt, und es gibt strenge Vorschriften, wie man sich in der Wilderness Area zu verhalten hat. Es dürfen zum Beispiel keine Gruppen die größer sind  als 8 Personen durch die Gegend wandern, da sonst zuviel Schäden in der Natur hinterlassen werden. Außerdem gibt es Registrierungsboxen, die an verschiedenen Trailheads stationiert sind, in denen man einen Zettel mit seinen Daten werfen kann, und der den Rangern hilft, zu überprüfen, wieviel Wanderer im Gebiet unterwegs sind. Genaue Informationen bekommt man wie überall von den Rangern.

Lohnenswerter Abstecher in dieser Region wäre noch der Nez Perce National Historical Park in der Nähe von Lewiston, nördlich vom Canyon gelegen. Hier kann man sich ausführlich über die Lebens- und auch die Leidensgeschichte der Nez Perce Indianer informieren.

Überhaupt kann man es sehr lange in Idaho aushalten, mit seiner wundervollen Berglandschaft. Die Sawtooth N.R.A. mit Stanley als Hauptort und seinen Angeboten für Wildwasserfahrer, Wanderer und Angler wäre ein möglicher Kombinationspartner für den Hells Canyon,   oder das Crater of the Moon N.M.

Insgesamt gesehen liegt er sehr günstig, wenn man im Nordwesten der USA unterwegs ist, man kann in praktisch von jedem Nationalpark aus anfahren. Yellowstone und Glacier sind mit einem Fahrtag gut zu erreichen, daß gleiche gilt für den Mt. Rainier und für das Mt. St. Helens N.M.

Auch Crater Lake N.P. in Oregon und  North Cascades N.P. in Washington  sind noch machbar. Auch die großen Städte wie Boise, Spokane, und mit einem vollen Fahrtag auch Portland und Seattle sind zu erreichen.

Ausführliche Informationen rund um den Hells Canyon mit Unmengen an Informationen, vorallem auch über die guten Wandermöglichkeiten mit vielen Streckeninfos findet Ihr auf der entsprechenden Seite des National Forest Service unter:
www.fs.fed.us/hellscanyon.

Also, wie Ihr seht ist es eine tolle Gegend, überhaupt nicht langweilig und es lohnt sich auch mal ein Abstecher in Regionen zu unternehmen, die nicht in jedem Reiseführer als Tophighlight auftauchen.



 

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