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Geschichte
der USA

Das frühe Amerika
Kolonialzeit
Die
Unabhängigkeit
Sklaverei und
Bürgerkrieg
Industrialisierung
zwischen Intervention und
Isolation
Weltwirtschaftskrise
Der zweite
Weltkrieg
Nachkriegszeit
Die 60er und 70er
Jahre
Der Weg ins 21. Jahrhundert
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 Bald
Eagle (Weißkopfseeadler)
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ie ersten Siedler,
Jäger und Nomaden aus Asien, erreichten Nord- amerika vor
etwa 30000 Jahren. Doch die Vereinigten Staaten von Amerika entstanden erst 1776
mit der Unabhängigkeits- erklärung. Die Geschichte der Vereinigten Staaten ist die
Geschichte vieler verschiedener Menschen, die zusammen die Vereinigten Staaten
darstellen.
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Das frühe Amerika
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äger und Nomaden aus Asien waren die
ersten Menschen, die nordamerikanischen Boden betraten. Vor etwa 30000 bis 34000
Jahren folgten sie ihrer Beute entlang der sibirischen Küste und überquerten die
Landbrücke, die damals noch die beiden Kontinente verband. Nach der Ankunft im
heutigen Alaska dauerte es Jahrtausende, bis diese Vorfahren der Indianerstämme
ihren Weg nach Süden in das Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten fanden.
Belege für frühe Siedlungen in Nordamerika finden sich sowohl in Nord- wie
Südamerika. Sie weisen darauf hin, dass es bereits um 10000 v. Chr. etablierte
Ansiedlungen in einem Großteil der westlichen Hemisphäre gab.
Etwa zu diesem Zeitpunkt starb das
Mammut aus, und das Bison nahm seinen Platz als Hauptquelle für Nahrung und
Felle für diese frühen Nordamerikaner ein. Langsam entwickelte sich über die
Nahrungs- sammlung auch die Landwirtschaft. Indianer, die im heutigen
Zentralmexiko lebten, bauten als Erste Mais, Squash und Bohnen an, vielleicht
schon 8000 v.Chr. Langsam verbreitete sich ihr Wissen. 3000 v.Chr wurde eine
frühe Maisart in den Flusstälern Neu Mexikos und Arizonas angebaut. Dann
entstanden Bewässerungssysteme und um 300 v.Chr. die ersten festen
Siedlungen.
Die Gebräuche und Kulturen der Indianer
waren außerordentlich verschieden, nicht ungewöhnlich eingedenk der Weite des
Landes und der vielen unterschiedlichen Umgebungen, an die sie sich angepasst
hatten. Einige Verallgemeinerungen sind dennoch möglich. Alles deutet daraufhin,
daß die indianischen Gesellschaften in Nordamerika enge Bindungen an das Land
hatten. Viele Stämme, besonders in den bewaldeten Regionen im Osten und im
mittleren Westen, verbanden Jagd, Sammlertätigkeit und den Anbau von Mais und
anderen Produkten. Das indianische Leben war im wesentlichen stammesorientiert
und kommunal ausgerichtet. Die Kinder hatten mehr Freiheit und wurden tole-
ranter
behandelt, als es zum selben Zeitpunkt in Europa gängig war. Es wurde
beachtlicher Handel getrieben.
Die ersten Europäer, die Nordamerika
etwa im Jahre 1000 n.Chr. erreichten, waren Wikinger aus Island, die von Leif
Ericson geführt wurden. 1492 segelte der italienische Seefahrer Christopher
Columbus im Auftrag der spanischen Krone von Europa nach Westen und landete auf
den Bahamas. Columbus hat das Festland der Vereinigten Staaten nie gesehen, aber
die ersten Erkundungen der kontinentalen USA starteten von spanischen
Besitztümern aus, die er zu gründen geholfen hatte. Innerhalb von 40 Jahren
bauten spanische Abenteurer ein riesiges Imperium in Zentral- und Südamerika
auf. 1513 landete eine Gruppe Männer unter der Führung von Juan Ponce de Leon an
der Küste von Florida, in der Nähe der heutigen Stadt St. Augustine.
Während die Spanier von Süden
vordrangen, verbreiteten sich Kenntnisse über den nördlichen Teil der heutigen
USA auch durch Reisen von Männern wie dem Florentiner Giovanni da Verrazano, der
1524 in North Carolina landete und entlang der Atlantikküste nach Norden
segelte, bis über den heutigen New Yorker Hafen hinaus.
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Kolonialzeit
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nfang des 16. Jahrhunderts setzte die
erste große Einwanderungswelle von Europa nach Nordamerika ein. Die Auswanderung
aus England erfolgte dabei oft nicht mit Hilfe der Regierung, sondern sie wurde
von Privatpersonen organisiert, die vor allem an Profit interessiert
waren.
Die erste englische Niederlassung wurde
1607 in Jamestown, Virginia, gegründet. Weitere Siedlungen entstanden in
Neuengland, in den mittleren und in den südlichen Kolonien.1620 erreichten die
Pilgerväter auf der Mayflower
das Land und errichteten die
Plymouth Colony in Massachusetts. Im Jahr 1681 erhielt William Penn, ein reicher
Quäker eine großes Stück Land, welches als Pennsylvania bekannt wurde. Um es zu
besiedeln, rekrutierte er Einwanderer, darunter viele religiöse Dissenter, z.B.
Quäker, Mennoniten, Amish, Herrnhuter und Baptisten. Die erste deutsche Siedlung
wurde 1683 in Pennsylvania gegründet. Bis 1733 waren entlang der Atlantikküste
dreizehn englische Kolonien entstanden.
Die meisten Auswanderer verließen ihre
Heimat aus politischen oder religiösen Gründen, oder aus Abenteuerlust und
angesichts der Möglichkeiten, die ihnen ihre Heimat nicht bot. Die meisten
Siedler stammten aus England, aber es kamen auch Holländer, Schweden, Deutsche,
und in geringerem Umfang französische Hugenotten, Spanier, Italiener und
Portugiesen. Nur wenige Kolonisten konnten die Reise selber finanzieren und in
einigen Fällen kamen sie als "indentured servants" (Arbeitsverpflichtete), die
sich als Arbeitskräfte für einen festen Zeitraum verpflichteten. In anderen
Fällen wurden die Kosten der Reise und der Unterbringung von
Kolonialgesellschaften bezahlt. Die ersten afrikanischen Sklaven wurden 1619
nach Virginia gebracht. Ursprünglich wurden viele als indentured servants
angesehen, die ihre Freiheit erlangen konnten. Aber seit den 1660er Jahren
wurden Afrikaner als Gefangene nach Amerika gebracht, wo sie ihr Leben in
unfreiwilliger Sklaverei verbrachten.
Die wirtschaftlichen und sozialen
Strukturen in Neuengland und den mittleren Kolonien unterschieden sich von denen
der südlichen Kolonien. Der Boden in Neuengland hat eine dünne, steinige Krume
und die Winter sind lang, so daß Landwirtschaft schwierig ist. Die Neuengländer
wandten sich anderen Unternehmungen zu, machten sich die Wasserkraft zunutze und
gründeten Kornmühlen und Sägewerke. Die Mehrheit der frühen Siedler wohnte in
Dörfern und Städten in der Nähe von Häfen, und viele Neuengländer betrieben
Handel oder führten ein Geschäft. Das Meer wurde eine Quelle großen
Reichtums.
Die Gesellschaft in den mittleren
Kolonien war unterschiedlicher und mehr kosmopolitisch als diejenige in
Neuengland. Ende des 18. Jahrhunderts lebten 30000 Leute in Philadelphia. Sie
repräsentierten viele Sprachen, Glaubensbekenntnisse und Geschäftszweige.
Obwohl
in Philadelphia die Quaker dominierten, waren andere Gruppen in Pennsylvania
ebenfalls gut vertreten. Deutsche galten als die besten Farmer der Kolonie.
Wichtig waren auch Heimindustrien, wie z.B. Weberei, das Schusterhandwerk, der
Bau von Schränken und andere handwerkliche Tätigkeiten. Schotten und Iren
siedelten bevorzugt im Hinterland, wo sie Land rodeten, jagten und
Landwirtschaft betrieben.
Die südlichen Siedlungen waren
überwiegend agrarisch geprägt. In Virginia und Maryland hatten die
Plantagenbesitzer, unterstützt durch Sklavenarbeit, die größte politische Macht
und das beste Land. Zugleich saßen Bauern, die kleinere Anbauflächen
bearbeiteten, in Volksver- sammlungen (popular assemblies) und nahmen politische
Ämter wahr. Charleston, South Carolina, wurde der führende Hafen und das
Handels- zentrum des Südens. Während Virginia an eine einzelne Pflanze - Tabak -
gebunden war, exportieren North und South Carolina auch Reis und
Indigo.
Anfang des 18. Jahrhunderts, hatte die
koloniale Legislative zwei wichtige Rechte: Das Recht über Steuern und Ausgaben
abzustimmen und das Recht Gesetze zu initiieren, statt Vorschläge des
Gouverneurs auszuführen. Die gesetzgebende Gewalt nutzte diese Rechte um die
Macht der königlichen Gouverneure zu kontrollieren und um Maßnahmen zu
verabschieden, durch die ihre eigene Machtstellung ausgebaut wurde. Im Laufe der
Zeit verlagerte sich das Zentrum der kolonialen Verwaltung von London in die
Provinzhauptstädte.
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Die
Unabhängigkeit
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uch wenn von Einigen die Meinung vertreten
wird, dass die amerikanische Revolution lange vor den ersten Schüssen im Jahr
1775 begann, so kam es doch erst 1763 zur offenkundigen Trennung der Wege von
England und Amerika, 150 Jahre nach der Grün- dung der ersten beständigen Siedlung
in Jamestown, Virginia. 1763, nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges und des
French and Indian War, erlangte England die Kontrolle über Kanada und alle
östlich des Mississippi gelegenen Gebiete Nordamerikas. Die seit langer Zeit an
ein hohes Maß Unabhängigkeit gewöhnten Kolonien verlangten nun nach mehr
Freiheit. Ihre Wirtschaftskraft und ihre kulturellen Errungenschaften hatten
sich verbessert und fast alle regierten sich seit vielen Jahren
selber.
Die britische Regierung, die zunehmend Gelder für die
Unterstützung ihres wachsenden Imperiums benötigte, führte eine neue
Finanzpolitik ein. Gelder für die Verteidigung der Kolonien sollten mit Hilfe
einer gestärkten Zentralverwaltung zunehmend von den Kolonisten eingezogen
werden. Dies würde die koloniale Selbstverwaltung einschränken. Die Kolonisten
wehrten sich gegen die von England eingeführten neuen Steuern, z.B. den Sugar
Act, den Stamp Act, den Townshend Act oder den Coercive Act.
Sie argumentierten,
dass nur ihre eigene Kolonialversammlungen sie besteuern könne, und sie beriefen
sich auf den Grundsatz "no taxation without representation" (keine Besteuerung
ohne Vertretung). Der Konflikt eskalierte, und am 23. August 1775 erklärte König
George III in einer Proklamation, dass die Kolonien sich in einem Zustand der
Rebellion befänden. Am 4. July 1776 verabschiedete der Kontinentalkongreß die
Unabhängigkeitserklärung. Der bewaffnete Konflikt zwischen Amerika und England
zog sich bis 1783 hin. Der Friedensvertrag, bekannt als die Treaty of Paris,
erkannte die Unabhängigkeit, Freiheit und Souveränität der 13 ehemaligen
Kolonien, nun Staaten, an. Sie erhielten von Großbritannien das Territorium
westlich bis zum Mississippi, nördlich bis zur kanadischen Grenze und südlich
bis Florida, welches an Spanien zurück gegeben wurde.
Die 13 Kolonien
waren jetzt "freie und vereinte unabhängige Staaten" - aber noch keine vereinte
Nation. Der Revolutionserfolg bot den Amerikanern die Möglichkeit, ihren in der
Unabhängigkeitserklärung niedergelegten Idealen eine rechtliche Form zu geben.
Missstände konnten auch durch die Verfassungen der einzelnen Staaten berichtigt
werden. Bereits am 10. Mai 1776 verabschiedete der Kongress eine Resolution, in
der den Kolonien empfohlen wurde neue Regierungen zu bilden.
Auf nationaler
Ebene wurden die von John Dickinson 1776 geschaffenen Konföderationsartikel
("Articles of Confederation and Perpetual Union") vom Kontinentalkongress im
November 1777 angenommen. 1781 wurden sie rechtswirksam. Die somit geschaffene
Regierungsstruktur hatte viele Schwächen, zum Beispiel fehlte der
Zentralregierung die Autorität Tarife und Steuern festzusetzen, den Handel zu
regulieren. Sie hatte keine alleinige Kontrolle über die internationalen
Beziehungen: einige Kolonien hatten eigene Verhandlungen mit anderen Ländern
aufgenommen. Neun Staaten hatten eigenes Militär und mehrere eine eigene
Flotte.
Im Mai 1787 trat in Philadelphia eine Versammlung zusammen, um
eine neue Verfassung für einen Bundesstaat mit stärkerer Zentralgewalt
aufzusetzen. Die Verfassung teilt die Regierung in drei eigenständige Gewalten,
denen unterschiedliche Aufgaben zufallen. Die Macht jeder einzelnen
Regierungsgewalt wird durch die Macht der beiden anderen in Balance gehalten,
und die gegenseitige Kontrolle verhindert mögliche Kompetenzüberschreitungen. In
den zwei Jahren nach Inkrafttreten der Verfassung wurden zehn Zusatzartikel, das
sogenannten Bill of Rights, hinzugefügt.
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Sklaverei
und Bürgerkrieg
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m frühen 19. Jahrhundert erlangte die
Sklaverei zunehmend Bedeutung als eine nationale Frage. In den frühen Jahren der
Republik waren viele führende Persönlichkeiten davon überzeugt, dass die
Sklaverei bald aussterben würde. Noch 1808, als der internatio- nale Sklavenhandel
abgeschafft wurde, dachten viele, dass die Sklaverei bald beendet sein würde.
Aber als neue wirtschaftliche Faktoren die Sklaverei zunehmend profitabler
machten, stellte sich im Laufe der nächsten Generation der Süden geschlossen
hinter die Institution Sklaverei. Zu den wirtschaftliche Faktoren gehörte v.a.
der Aufschwung der Baumwollindustrie. Zuckerrohr und Tabak, zwei
arbeitsintensive Feldfrüchte, führten ebenfalls zur Ausbreitung der
Sklaverei.
Das Land teilte sich auf in Staaten, die
Sklaverei erlaubten, und Staaten, die sie verboten. 1820 befassten sich
Politiker mit der Frage, ob Sklaverei in den westlichen Territorien zulässig
sein sollte. Der Kompromiss von Missouri legalisierte die Sklaverei in dem neuen
Staat Missouri und im Arkansas Territorium, verbot sie aber überall sonst
westlich und nördlich von Missouri. Die Fronten verhärteten sich zunehmend. Die
1850er Jahre können politisch als ein Jahrzehnt des Misserfolgs charakterisiert
werden. Die Führer der Nation waren nicht in der Lage, die Frage der Sklaverei
zu lösen oder auch nur einzudämmen.
Nachdem 1860 Abraham Lincoln zum
Präsidenten gewählt wurde, traten elf Staaten aus der Union aus. South Carolina,
Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana, Texas, Virginia, Arkansas,
Tennessee, und North Carolina erklärten sich selbst zu einer unabhängigen
Nation, den Konföderierten Staaten von Amerika. Dies war der Anfang des
Amerikanischen Bürgerkrieges (Sezessionskrieg). Vier Jahre später kapitulierten
die Konföderierten Staaten. Der Bürgerkrieg beendete die Sklaverei; er
verdeutlichte aber auch, dass das Land kein Zusammen- schluss halbautonomer
Staaten war, sondern ein unteilbares Ganzes. Im Dezember 1865 ratifizierte der
Kongress den 13. Zusatzartikel zur U.S. Verfassung, der die Sklaverei
abschaffte.
Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts
verschob sich die Siedlungs- grenze über den Mississippi hinaus. 1803 verhandelte
Präsident Jefferson den Kauf von Louisiana von den Franzosen. In der Zeit von
1816 bis 1821 entstanden sechs neue Staaten: Indiana, Illinois, Maine,
Mississippi, Alabama und Missouri. 1865 folgte die Siedlungsgrenze im
allgemeinen den westlichen Grenzen der am Mississippi gelegenen Staaten,
umfasste aber auch die östlichen Gebiete von Kansas und Nebraska. Nur 25 Jahre
später war dieses Gebiet bereits in Staaten und Territorien aufgeteilt. Die
Expansion nach Westen führte zunehmend zu Konflikten mit Indianern.
Neu England und die Atlantik Staaten
waren die Hauptzentren des produzierenden Gewerbes, des Handels und der
Finanzen. Die Hauptpro- dukte waren Textilien, Bau- und Nutzholz, Kleidung,
Maschinen und Wollprodukte. Die Wirtschaft des Südens basierte auf
Landwirtschaft. Der Mittlere Westen, mit seinen unendlichen Prärien und seiner
rapide wachsenden Bevölkerung, gedieh. 1849 wurde in Kalifornien Gold entdeckt.
Ein wichtiger Impuls für das Wachstum im Westen war die Verbesserung der
Transportwege. Zwischen 1850 und 1857 wurden fünf Schienenwege durch die
Appalachian Mountains, die eine Barriere darstellten, gelegt. Der Osten und der
Mittlere Westen wurden somit verbunden.
Zwischen 1840 und 1860 erreichte die
erste Einwanderungswelle die Vereinigten Staaten. Fast 4,5 Millionen Einwanderer
kamen ins Land. Die Auswanderung aus Europa wurde durch Hungersnöte,
Bevölkerungsdruck und politische Unruhen stimuliert. Während des Bürgerkrieges,
warben die Nordstaaten für die Einwanderung um die Reihen ihrer Truppen zu
füllen. 1865 war fast jeder fünfte Unionssoldat ein Einwanderer der
Kriegsjahre.
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Industrialisierung
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ach Kriegsende 1864 war der Süden stark
zerstört und verschuldet. Die Bevölkerung war demoralisiert. Im Laufe der Zeit
zeigte sich, dass die Probleme im Süden nicht durch eine radikale Veränderungen
der Strukturen (radical reconstruction), strenge Gesetze und Hass gegenüber
Anhängern der ehemaligen Föderation gelöst werden konnten. Im Mai 1872
verabschiedete der Kongress den Amnesty Act. Die Bevölkerung im Süden, mit
Ausnahme von 500 Föderationsanhängern, erhielten die vollen politischen Rechte
wieder.
In den Jahren zwischen dem Ende des
Bürgerkrieges und dem Ersten Weltkrieg wandelten sich die Vereinigten Staaten
von einer Agrarnation zu einer Industrienation. Das Land wurde eine führende
Industriemacht. Grosse Fabriken und Stahlwerke, blühende Städte und immense
Farmen überzogen das Land. Die erste transkontinentale Eisenbahn wurde 1869
fertiggestellt, und 1900 hatten die Vereinigten Staaten ein umfangreicheres
Schienennetz als das gesamte Europa. Die Erdöl-, Stahl- und Textilindustrien
florierten. Die Elektroindustrie blühte auf, als die Amerikaner eine Reihe von
Erfindungen nutzten: Das Telefon, die Glühbirne, das Grammophon.
Doch der Süden blieb auch 30 Jahre nach
dem Bürgerkrieg verarmt, vorwiegend agrarisch geprägt und wirtschaftlich
abhängig. Seine Gesellschaft setzte eine strenge soziale Segregation von Weißen
und Schwarzen durch und tolerierte rassistische Gewalt.
1890 gab es keine Siedlungsgrenze im
Westen mehr. Die Regierungspolitik war darauf ausgerichtet gewesen, die Indianer
hinter die Grenzen der weißen Besiedlung zurückzudrängen, aber die Reservate
wurden immer kleiner und der Bevölkerungsdruck wuchs. Die Stammes- rechte wurden
häufig missachtet. Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahr- hunderts waren eine Zeit
der imperialen Expansion der Vereinigten Staaten. Sie vergrößerten ihren
Einfluss und in einzelnen Fällen ihre Verfügungsgewalt über weit verstreute
Gebiete im atlantischen und pazifischen Ozean und in Zentralamerika. 1867 erwarb
Amerika Alaska von Russland.
Wenige Jahre nach dem Ende des
Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898, übten die Vereinigten Staaten
Kontrolle oder Einfluss aus auf Inseln in der Karibik, im mittleren Pazifik und
in der Nähe des asiatischen Festlandes. Als die königliche Regierung von Hawaii
1893 seine Intention ankündigte, die Fremdeinflüsse zu beenden, schlossen sich
amerikanische Geschäftsleute und einflussreiche Hawaiianer zusammen und setzten
eine neue Regierung ein. Im Juli 1898 wurden die Inseln annektiert.
Das wirtschaftliche Wachstum und der
Reichtum wurden aber auch von entsprechenden Problemen begleitet. Einzelne
Firmen dominierten ganze Industrien, entweder alleine oder in Verbindung mit
anderen. Trusts - riesige Firmenverbünde - versuchten Monopolstellungen in
einigen Industrien zu erlangen. Mit dem Sherman Antitrust Act von 1890 wurden
Trusts, Fusionen und Geschäftsabsprachen, die den freien Handel beschränken,
verboten. Im Rahmen der Industrialisierung organisierten sich die Arbeiter
zunehmend. Die Arbeitsbedingungen waren oft schlecht und selbst in guten Zeiten
waren die Löhne niedrig, der Arbeitstag lang und die Arbeitsbedingungen
gefährlich.
Wiederholte landesweite Wirtschaftskrisen führten zu einem Sinken
der Industrielöhne und hoher Arbeitslosigkeit. Zeitgleich führten die
technischen Verbesserungen, die mitverantwortlich waren für die Produktivität
der Nation, zu einer sinkenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitern. Die Zahl
der ungelernten Arbeitskräfte stieg jedoch beständig. Eine bisher nie erreichte
Anzahl Einwanderer -- 18 Millionen zwischen 1880 und 1910 -- kam ins Land. In
den rasch wachsenden Städten konnte die Bevölkerung nicht adäquat untergebracht
oder versorgt werden.
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zwischen
Intervention & Isolation
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er Zeitraum von 1890 bis zum Ausbruch des
Ersten Weltkrieges wird als "Progressive Era" bezeichnet. Als Reaktion auf die
Auswüchse des Kapitalismus und der herrschenden politischen
Korruptiondes des 19. Jahrhunderts, entstand eine Reformbewegung die sich "Fortschritt" nannte. Fast
alle führenden Persönlichkeiten der Zeit waren zumindest teilweise an dieser
Bewegung beteiligt. Die Ziele der Fortschrittlichen waren mehr Demokratie und
soziale Gerechtigkeit, eine effektivere Regulierung der Geschäfte und eine
Wiederbelebung des Gemeinschaftsgeistes. Sie glaubten, dass eine Stärkung der
Regierung den Fortschritt der amerikanischen Gesellschaft und den Wohlstand des
Bürgers garantieren würde.
Die größten Veränderungen fanden zwischen 1902 und
1908 statt. Viele Staaten erließen Gesetze zur Verbesserung der Lebens- und
Arbeitsbe- dingungen. Gesetze zur Kinderarbeit wurden gestärkt und neue erlassen.
Die Altersgrenze wurde hochgesetzt, die Arbeitsstunden verkürzt, Nachtarbeit
beschränkt und die Schulpflicht eingeführt.
Bei Ausbruch des Ersten
Weltkrieges in Europa 1914, setzte Präsident Woodrow Wilson auf eine Politik
strenger amerikanischer Neutralität. Im Januar 1917 erklärte Deutschland den
unbeschränkten U-Bootkrieg gegen alle Schiffe, die alliierte Häfen anlaufen
würden. Nachdem fünf amerikanische Schiffe versenkt worden waren, erklärte im
April 1917 der Kongress Deutschland den Krieg. Er endete am 11. November, 1918
mit Verkündung des Waffenstillstands. Wilsons Vorschlag eines Völkerbundes wurde
in den Vertrag von Versailles aufgenommen, aber nicht vom U.S. Senat ratifiziert
und die Vereinigten Staaten beteiligten sich nicht am Bund. Die Majorität der
Amerikaner bedauerte diese Entwicklung nicht. Die USA zog sich aus den
europäischen Angelegenheiten zurück und wandten sich wieder der Innenpolitik
zu.
Die Veränderungen in den 1920er Jahren waren weitreichend. Die
Wochenarbeitszeit sank von 60 auf 48 Stunden. Zum ersten Mal wurde die Freizeit
als ebenso wichtig angesehen wie Arbeit. Es war ein wunder- bares Jahrzehnt für
die Künste und die Literatur in Amerika. Die Technologie breitete sich aus und
Autos, Radios und Filme waren äußerst populär. Durch die steigenden Gewinne und
niedrigen Zinsen stand sehr viel Geld für Investitionen zur Verfügung. Vieles
davon, jedoch, floss in waghalsige Börsenspekulationen. Im Herbst 1929 war der
New Yorker Börsenhandel aktiver als jemals zuvor. Am 24. Oktober 1929, dem Black
Thursday, platzte die Seifenblase und die Börse brach zusammen. Banken
schlossen. Die landesweite Wirtschaftskrise hielt bis weit in die 1930er Jahre
an.
Die 20er Jahren waren goldene Jahre für Big Business, doch der
oberflächliche Wohlstand übertünchte tiefgreifende Probleme. Die 1920er waren
auch eine Zeit der Prohibition und Intoleranz, der Kriminellen und des
Verbrechens. Fast 19 Millionen Menschen wanderten zwischen 1890 und 1921 in die
Vereinigten Staaten ein. 1921 verabschiedete der Kongress erstmals eine
restriktive Einwanderungsgesetzgebung. Der Grossteil der Einwanderer stammte aus
Italien, Russland, Polen, Griechenland und dem Balkan. Es kamen aber auch
Menschen von außerhalb Europas: Von Japan, Kanada und Mexiko.
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Weltwirtschaftskrise
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m Oktober 1929 brach der Börsenhandel
zusammen. 40% des Papierwertes der Stammaktien wurden vernichtet. Eine weltweite
Wirtschaftskrise folgte. 1933 betrug der Wert der in New York gehandelten Aktien
nur noch ein Fünftel des Wertes von 1929. Geschäfte und Fabriken schloßen,
Banken waren zahlungsunfähig. Einkommen auf Farmen sank auf die Hälfte. Im Jahr
1932 war etwa ein Viertel aller Amerikaner arbeitslos. Das Grundproblem war die
immense Disparität zwischen der Produktionskapazität und der Möglichkeit der
Amerikaner zu konsumieren. Große Erfindungen in der Produktionstechnik während
und nach dem Krieg hoben die Produktion über die Kaufkraft von U.S. Bauern und
Lohnempfängern hinaus.
Der Präsidentschaftswahlkampf von 1932 war
hauptsächlich eine Debatte über die Ursachen der Wirtschaftskrise und über
mögliche Abhilfen. Der Republikaner Herbert Hoover wollte hauptsächlich auf den
natürlichen Erholungseffekt bauen, während der Demokrat Franklin D. Roosevelt
bereit war, die Autorität der Zentralregierung für experi- mentelle Lösungsansätze
einzusetzen. Roosevelt wurde mit seinem Konzept für mehr soziale Gerechtigkeit,
dem "New Deal" gewählt.
In gewisser Hinsicht kann behauptet werden, dass
der New Deal eigentlich nur soziale und wirtschaftliche Reformen einführte, die
vielen Europäern seit mehr als einer Generation vertraut waren. Wirklich
bemerkenswert am New Deal war allerdings die Geschwindigkeit, mit der Sachen
erreicht wurden, die zuvor Generationen gedauert hatten. Innerhalb von drei
Monaten setzte Roosevelt eine große Zahl von Gesetzen zum Wiederaufbau der
Wirtschaft um. Stellen wurden geschaffen durch den Bau neuer Straßen, Brücken,
Flughäfen, Parks und öffentlichen Gebäuden. The Agricultural Adjustment Act
(AAA) wurde 1933 vom Kongress verabschiedet um Farmern wirtschaftliche
Unter- stützung zu geben und das Einkommen anzuheben. Aber während der 1930er
Jahre, und insbesondere in den Jahren 1935 bis 1938, wurden die Staaten im
Mittleren Westen von einer schweren Dürre heimgesucht und starke Winde und
Staubstürme verwüsteten das Flachland, welches als "Dust Bowl" bekannt
wurde.
Der New Deal führte zu einer bemerkenswerten Reihe legislativer
Initiativen. Beachtliche Steigerungen in Produktion und Preisen wurden erreicht,
aber er beendete nicht die Wirtschaftskrise. Aufgrund von Druck von rechten
wie linken Gruppen, unterstützte Präsident Roosevelt eine weitere Reihe
wirtschaftlicher und sozialer Maßnahmen (Second New Deal), darunter solche zur
Bekämpfung von Armut, Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit durch Arbeitsangebote und
die Entwicklung eines sozialen Netzes. Die Works Progress Administration (WPA),
die wichtigste Hilfsorgani- sation des sogenannten Second New Deal, stellte den
Versuch dar, Arbeit statt Sozialhilfe anzubieten. Gebäude, Straßen, Flughäfen
und Schulen wurden gebaut. Schauspieler, Maler, Musiker und Schriftsteller
wurden im Rahmen des Federal Theater Project, des Federal Art Project und des
Federal Writers Project angestellt. Aber der Eckpfeiler des New Deal war der
Social Security Act aus dem Jahr 1935. Er schaffte ein Versicherungssystem,
basierend auf Abgaben von Arbeitnehmer und -geber, für Rentner, Arbeitslose und
Behinderten. 1936 gewann Roosevelt die nächste Präsidentschaftswahl noch
deutlicher als 1932.
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Der
zweite Weltkrieg
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och bevor Roosevelts zweite Amtszeit
richtig angelaufen war, wurde sein innenpolitisches Programm von Neuen Gefahren
überschattet, die von den Durchschnittsamerikanern kaum wahrgenommen wurden: Die
expansionistischen Ambitionen totalitärer Regime in Japan, Italien und
Deutschland. Als Deutschland, Italien und Japan ihre Aggression aufrecht
hielten, erklärten die Vereinigten Staaten, dass kein am Konflikt beteiligtes
Land von ihnen Hilfe erhalten würde. Neutralitätsgesetze der Jahre 1935 bis 1937
verboten Handel mit oder Kredit für kämpfende Nationen. Bei Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges in Europa 1939, setzten die Vereinigten Staaten zunächst auf
Neutralität.
Nach dem Fall von Frankreich und Beginn des Luftkrieges
gegen Großbritannien 1940, verstärkte sich die Debatte zwischen denjenigen, die
Hilfe für die Demokratien forderten und den Isolationisten. Letztendlich
gewannen die Befürworter einer Intervention.
Die Vereinigten Staaten und Kanada
gründeten ein Mutual Board of Defense, und zusammen mit lateinamerikanischen
Ländern boten sie gemeinsamen Schutz den Nationen in der westlichen Hemisphere.
Der Kongress bewilligte immense Summen für die Wiederbewaffnung und Anfang 1941
das Lend-Lease Program, durch welches Präsident Roosevelt Waffen und Ausrüstung
an jede Nation (vor allem Großbritannien, die Sovietunion und China) liefern
konnte, die für die Verteidigung der Vereinigten Staaten als wichtig angesehen
wurden. In der Präsidentschaftswahl von 1940 erhielt Roosevelt wiederum die
Mehrheit und zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, wurde ein
Präsident für eine dritte Amtszeit gewählt.
Am 7. Dezember bombardierten
die Japaner die Pazifikflotte der U.S. in Pearl Harbour, Hawaii. Am 8. Dezember
erklärte der Kongress Japan den Krieg. Drei Tage später erklärten Deutschland
und Italien als Japans Alliierte den Vereinigten Staaten den Krieg. Die Nation
mobilisierte schnell seine Bevölkerung und seine gesamt Industrie. Alle Bereiche
- Landwirt- schaft, Produktion, Bergbau, Handel, Arbeitskräfte, Investitionen,
Kom- munikation, sogar Ausbildung und Kultur - wurden auf die eine oder andere
Art unter neue und stärkere Kontrolle gebracht. Ende 1943 trugen etwa 65
Millionen Männer und Frauen Uniform oder arbeiteten in kriegsverwandten
Beschäftigungen.
Die westlichen Alliierten einigten sich darauf, ihre
militärischen An- strengungen auf Europa zu konzentrieren, wo das Zentrum der
feind- lichen Macht lag, während der Krieg im Pazifik als weniger wichtig
angesehen wurde. Am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, landeten die alliierten
Truppen in der Normandie. Am 25. August wurde Paris befreit. Im Februar und März
1945 stießen die Truppen in Deutschland vor. Am 7. Mai kapitulierte Deutschland.
Der Krieg im Pazifik dauerte auch nach der Kapitulation Deutschlands an. Am 6.
August wurde die Atombombe über Hiroshima abgeworfen und am 8. August über
Nagasaki. Am 14. August stimmte Japan den Bedingungen zu, die in Potsdam am 26.
Juli festgelegt worden war und am 2. September 1945 kapitulierte Japan.
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Nachkriegszeit
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m 25. April 1945 trafen sich Vertreter
von 50 Nationen in San Francisco um eine neue Organisation zu gründen, die
Vereinten Nationen. Der amerikanische Senat ratifizierte den U.N. Charter mit 89
zu 2 Stimmen.
Dieses Vorgehen bestätigte das Ende des
Isolationismus als dominieren- des Element der amerikanischen Außenpolitik. Der
Kalte Krieg war die wichtigste politische Frage der frühen Nachkriegszeit. Er
entwickelte sich aus langjährigen Spannungen zwischen der Sowjetunion und den
Vereinigten Staaten. Während des Zweiten Weltkrieges waren die beiden Länder
Alliierte gewesen, aber nach Kriegsende kamen alte Spannungen wieder zum Tragen.
Deutschland wurde zum geteilten Land, mit einer Westzone unter gemeinsamer
britischer, französischer und amerikanischer Besatzung. Im Frühjahr 1948
errichteten die Sowjets eine Blockade um Westberlin. Die Westmächte reagierten
mit einer massiven Luftbrücke zum Transport von Nahrungsmitteln und
Brennstoffen, bis die Sowjets die Blockade im Mai 1949 aufhoben.
Die
Eindämmung der Macht der Sowjetunion (Containment) wurde zur vorrangigen
amerikanischen Nachkriegspolitik und stand im Zentrum der Truman Doktrin.
Containment sah auch eine umfassende Wirtschaftshilfe, allgemein unter dem Namen
"Marshall Plan" bekannt, für das kriegszerstörte Europa vor. Im April 1949,
wurde die North Atlantic Treaty Organization (NATO) gegründet.
Rüstungskontrolle
wurde ein integraler Teil der
amerikanischen Sicherheitspolitik. Die Vereinigten Staaten reagierten auch auf
Herausforderungen in Asien und der Korea Krieg (1950 - 1953) führte zu
bewaffnetem Konflikt zwischen den USA und China.
Der Kalte Krieg hatte auch tiefgreifende
Auswirkungen auf die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten.
Vorkommnisse in anderen Ländern und Spionageskandale im eigenen Land schürten
antikommunis- tische Gefühle. Als schärfster Gegner des Kommunismus erwies sich
Joseph McCarthy. Er macht sich dabei die umfangreiche Berichter- stattung in
Presse und Fernsehen zunutze und beschuldigte hochrangige amerikanische
Regierungsmitglieder und Beamte des Verrats. Aber die Unterstützung der
Öffentlichkeit ließ schließlich nach und der Senator wurde für sein Verhalten
verurteilt.
In den anderthalb Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg,
erlebten die Vereinigten Staaten einen unglaublichen Wirtschaftsaufschwung. Der
Krieg brachte die Rückkehr des Wohlstandes, und die U.S.A. konnten ihre Stellung
als die reichste Nation der Welt festigen. Ein Gefühl der Uniformität durchdrang
die amerikanische Gesellschaft. Gleichförmigkeit war weit verbreitet, indem Jung
und Alt den Gruppenormen folgten statt eigene Wege zu gehen. Zur selben Zeit
wurden Afro-Amerikaner aktiv und die Bürgerrechtsbewegung begann. Der
Bundesgerichtshof (Supreme Court) erklärte in den späten 1950er Jahren die
Segregation von Schulen und Bussen für verfassungswidrig. Der Civil Rights Acts
aus dem Jahre 1957 autorisierte die Intervention den Bundes, wenn
Afro-Amerikanern die Möglichkeit zu wählen verweigert wurde.
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Die
60ér und 70ér Jahre
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is Anfang der 1960er Jahre war die
Macht der Regierung zunehmend stärker geworden. Die Zahl der bei der
Bundesregierung angestellten Zivilisten war in den 1950er Jahren auf
durchschnittlich 2.5 Millionen gestiegen. Ausgaben des Bundes überstiegen $150
Tausend-Millionen in den 1960ern. Die meisten Amerikaner akzeptieren die
erweiterte Rolle der Regierung, waren aber uneins darüber, weit diese Expansion
noch gehen sollte. 1960 wurde John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt. Mit nur
43 Jahren war er der bisher jüngste Präsident. Kennedy wollte eine starke
Führung dazu nutzen, wirtschaftliche Vorteile allen Bürgern zukommen zu lassen,
aber sein äußerst knapper Wahlsieg behinderte sein Vorhaben und seine
politischen Handlungsmöglichkeiten waren oft begrenzt.
Im Oktober 1962, wurde Kennedy mit der,
wie sich später herausstellte, schwersten Krise des Kalten Krieges konfrontiert:
Der Cuban Missile Crisis (Kubakrise). Nachdem die Sowjetunion Atomraketen auf
Kuba stationierte, entschloss sich Kennedy eine Quarantäne durchzusetzen um
sowjetische Schiffe daran zu hindern, weitere Raketen nach Kuba zu bringen. Er
forderte die Sowjetunion öffentlich auf, die Waffen zu ent- fernen. Nach mehreren
spannungsgeladenen Tagen, zog sich die Sowjetunion zurück. Ein weiterer
Wettbewerb wurde im Weltall ausgetragen nachdem die Sowjetunion 1957 Sputnik ins
All geschossen hatte. Im April 1961 erzielten sie einen weiteren Sieg im All
indem sie den ersten Menschen in die Erdumlaufbahn sandten. Kennedy antwortete
mit dem Versprechen, dass vor dem Ende des Jahrzehnts Amerikaner auf dem Mond
landen würden, und im Juli 1969 betrat Neil Armstrong die
Mondoberfläche.
Kennedy, der 1963 ermordet wurde,
erlebte diesen Erfolg nicht mehr. Sein Nachfolger, Lyndon B. Johnson, setzte
einige Gesetze der Kennedy Agenda um und schuf so ein soziales Reformprogramm,
dass er mit dem Begriff "Great Society" beschrieb. Der Kampf der schwarzen
Amerikaner erreichte seinen Höhepunkt in der Mitte der 1960er Jahre. Obwohl die
Bürgerrechte in Kraft traten, ging einigen Schwarzen der Fortschritt nicht
schnell genug. Militante Forderungen nach Reformen wurden von Gewalt begleitet.
In den Städten brachen Unruhen aus, als Schwarzenführer die gewaltfreie
Vorgehensweise von Dr. Martin Luther King kritisierten. Die Ermordung Kings im
Jahre 1968 löste Rassenkrawalle in mehr als 100 Städten aus.
Während der sechsjährigen Amtszeit von
Präsident Johnson, eskalierte das Engagement der Vereinigten Staaten in Vietnam.
Obwohl Politiker den Krieg als eine notwendige Maßnahme zur Bekämpfung des
Kommunis- mus ansahen, glaubte eine wachsende Zahl von Amerikanern, daß die
Geschehnisse in Vietnam nicht die vitalen Interessen der Vereinigten Staaten
berührten. Demonstrationen gegen die amerikanische Beteiligung an dem nicht
offiziell erklärten Krieg brachen an Universitäten aus.
Aufgrund seiner fortwährend abnehmenden
Popularität beschloss Präsident Johnson nicht eine zweite volle Amtszeit
anzustreben. 1968 wurde Richard Nixon zum Präsidenten gewählt. Er handelte einen
Friedensvertrag mit Nordvietnam aus und erzielte eine Reihe weiterer
diplomatischer Durchbrüche. Er nahm Verbindungen mit der Volksrepublik China auf
und verfolgte erfolgreich eine Politik der Entspannung mit der Sowjetunion. 1974
trat er zurück als klar wurde, dass der Kongress ihn wegen der Beteiligung des
Weißen Hauses an der Watergate Affäre wegen Amtsvergehen anklagen
würde.
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Der
Weg ins 21. Jahrhundert
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n den 1980er Jahren wurde ein Wandel in
der Struktur der amerikanischen Gesellschaft sichtbar, der vor Jahren oder gar
Jahrzehnten begonnen hatte. Die Zusammensetzung der Bevölkerung und die
Verteilung der wichtigsten Berufe und Fähigkeiten hatten sich grundlegend
verändert. Bei vielen Amerikanern lösten die wirtschaftlichen, sozialen und
politischen Entwicklungen in den zwei vorangegangenen Jahrzehnten eine Stimmung
der Desillusionierung aus. Das Mißtrauen gegenüber der Regierung und gegenüber
ihrer Fähigkeit, die großen sozialen und politischen Probleme des Landes zu
lösen, wuchs. Die Konservativen befanden sich, obgleich sie auf nationaler Ebene
schon lange nicht mehr an der Macht waren, in einer günstigen Position, um diese
neue Stimmung auszunutzen. 1980 wurde nach 26 Jahren die demokratische
Vorherrschaft durchbrochen, als die Republikaner im Senat eine Mehrheit
erhielten.
Gleichzeitig wurde der Republikaner Ronald Reagen zum Präsidenten
gewählt. Das zentrale Thema seiner Innenpolitik war, daß die Bundesre- gierung zu
groß und einflußreich und die Bundessteuern zu hoch seien. In der Außenpolitik
strebte er eine stärkere Rolle für die Nation an.
In den ersten Jahren von Reagans
Präsidentschaft hielt eine wirtschaftliche Rezension an, aber die Lage besserte
sich ab 1983 und die USA begann eines der längsten wirtschaftlichen
Wachstumsphasen seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Wachstum beruhte allerdings
zu einem großen Teil auf defizitären Ausgaben.
George Bush, ehemaliger Vizepräsident,
wurde 1988 zum Präsidenten gewählt. Er führte Reagans Politik in vielen
Bereichen weiter. Seine Versuche, den Etat zu kontrollieren, waren jedoch
problematisch. In der Außenpolitik verhandelte er mit der Sowjetunion über
Waffenkontrollver- einbarungen und die Wiedervereinigung von Ost- und
Westdeutschland. Im August 1990 marschierte der Irak in Kuwait ein. Der
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete 12 Resolutionen, in denen
die Irakische In- vasion verurteilt wurde und weitreichende wirtschaftliche
Sanktionen über den Irak verhängt wurden. Die 12. Resolution vom 29. November,
befürwortete den Einsatz von Gewalt durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten
Nationen, falls sich der Irak nicht bis zum 15. Januar 1991 aus Kuweit
zurückgezogen hatte. Krieg brach in weniger als 24 Stunden nach Ablauf des
Ultimatums aus. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Italien,
Saudi Arabien und Kuweit befreiten Kuweit. Zu Hause setzten sich die Amerikaner
mit einigen alt bekannten und tiefgreifenden Problemen auseinander, als die
Vereinigten Staaten die größte Wirtschaftskrise seit den frühen 1980er Jahren
hatte.
1992 wurde der Demokrat Bill Clinton zum
Präsidenten gewählt. In seiner Rede zur Lage der Nation (State of the Union) vom
Januar 2000, beschreibt Präsident Clinton die Fortschritte, die in den 90er
Jahren gemacht wurden: "Wir
beginnen das neue Jahrhundert mit über 20 Millionen neuen Arbeitsplätzen, dem
schnellsten Wirtschaftswachstum seit über 30 Jahren, der niedrigsten
Arbeitslosenrate seit 30 Jahren, der niedrigsten Armutsrate seit 20 Jahren, der
niedrigsten je verzeichneten Arbeitslosenrate unter Afroamerikanern und
Hispaniern, den ersten aufeinander folgenden Haushaltsüberschüssen seit 42
Jahren. Und im nächsten Monat werden die Vereinigten Staaten das längste
Wirtschaftswachstum unserer gesamten Geschichte verzeichnen."
Im November 2000 wurde der
Republikaner George Walker Bush zum Präsidenten gewählt.
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