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11.September 2001

 

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Geschichte der USA


Das frühe Amerika
Kolonialzeit
Die Unabhängigkeit
Sklaverei und Bürgerkrieg
Industrialisierung
zwischen Intervention und Isolation
Weltwirtschaftskrise
Der zweite Weltkrieg
Nachkriegszeit
Die 60er und 70er Jahre
Der Weg ins 21. Jahrhundert


Staatsflagge der USA
 
Bald Eagle - Weißkopfseeadler (Nationalvogel der USA - Wappentier)
Bald Eagle
(Weißkopfseeadler)


 

ie ersten Siedler, Jäger und Nomaden aus Asien, erreichten Nord- amerika vor etwa 30000 Jahren. Doch die Vereinigten Staaten von Amerika entstanden erst 1776 mit der Unabhängigkeits- erklärung. Die Geschichte der Vereinigten Staaten ist die Geschichte vieler verschiedener Menschen, die zusammen die Vereinigten Staaten darstellen.

 


Das frühe Amerika
 

äger und Nomaden aus Asien waren die ersten Menschen, die nordamerikanischen Boden betraten. Vor etwa 30000 bis 34000 Jahren folgten sie ihrer Beute entlang der sibirischen Küste und überquerten die Landbrücke, die damals noch die beiden Kontinente verband. Nach der Ankunft im heutigen Alaska dauerte es Jahrtausende, bis diese Vorfahren der Indianerstämme ihren Weg nach Süden in das Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten fanden. Belege für frühe Siedlungen in Nordamerika finden sich sowohl in Nord- wie Südamerika. Sie weisen darauf hin, dass es bereits um 10000 v. Chr. etablierte Ansiedlungen in einem Großteil der westlichen Hemisphäre gab.

Etwa zu diesem Zeitpunkt starb das Mammut aus, und das Bison nahm seinen Platz als Hauptquelle für Nahrung und Felle für diese frühen Nordamerikaner ein. Langsam entwickelte sich über die Nahrungs- sammlung auch die Landwirtschaft. Indianer, die im heutigen Zentralmexiko lebten, bauten als Erste Mais, Squash und Bohnen an, vielleicht schon 8000 v.Chr. Langsam verbreitete sich ihr Wissen. 3000 v.Chr wurde eine frühe Maisart in den Flusstälern Neu Mexikos und Arizonas angebaut. Dann entstanden Bewässerungssysteme und um 300 v.Chr. die ersten festen Siedlungen.

Die Gebräuche und Kulturen der Indianer waren außerordentlich verschieden, nicht ungewöhnlich eingedenk der Weite des Landes und der vielen unterschiedlichen Umgebungen, an die sie sich angepasst hatten. Einige Verallgemeinerungen sind dennoch möglich. Alles deutet daraufhin, daß die indianischen Gesellschaften in Nordamerika enge Bindungen an das Land hatten. Viele Stämme, besonders in den bewaldeten Regionen im Osten und im mittleren Westen, verbanden Jagd, Sammlertätigkeit und den Anbau von Mais und anderen Produkten. Das indianische Leben war im wesentlichen stammesorientiert und kommunal ausgerichtet. Die Kinder hatten mehr Freiheit und wurden tole- ranter behandelt, als es zum selben Zeitpunkt in Europa gängig war. Es wurde beachtlicher Handel getrieben.

Die ersten Europäer, die Nordamerika etwa im Jahre 1000 n.Chr. erreichten, waren Wikinger aus Island, die von Leif Ericson geführt wurden. 1492 segelte der italienische Seefahrer Christopher Columbus im Auftrag der spanischen Krone von Europa nach Westen und landete auf den Bahamas. Columbus hat das Festland der Vereinigten Staaten nie gesehen, aber die ersten Erkundungen der kontinentalen USA starteten von spanischen Besitztümern aus, die er zu gründen geholfen hatte. Innerhalb von 40 Jahren bauten spanische Abenteurer ein riesiges Imperium in Zentral- und Südamerika auf. 1513 landete eine Gruppe Männer unter der Führung von Juan Ponce de Leon an der Küste von Florida, in der Nähe der heutigen Stadt St. Augustine.

Während die Spanier von Süden vordrangen, verbreiteten sich Kenntnisse über den nördlichen Teil der heutigen USA auch durch Reisen von Männern wie dem Florentiner Giovanni da Verrazano, der 1524 in North Carolina landete und entlang der Atlantikküste nach Norden segelte, bis über den heutigen New Yorker Hafen hinaus.


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Kolonialzeit
 

nfang des 16. Jahrhunderts setzte die erste große Einwanderungswelle von Europa nach Nordamerika ein. Die Auswanderung aus England erfolgte dabei oft nicht mit Hilfe der Regierung, sondern sie wurde von Privatpersonen organisiert, die vor allem an Profit interessiert waren.

Die erste englische Niederlassung wurde 1607 in Jamestown, Virginia, gegründet. Weitere Siedlungen entstanden in Neuengland, in den mittleren und in den südlichen Kolonien.1620 erreichten die Pilgerväter auf der Mayflower das Land und errichteten die Plymouth Colony in Massachusetts. Im Jahr 1681 erhielt William Penn, ein reicher Quäker eine großes Stück Land, welches als Pennsylvania bekannt wurde. Um es zu besiedeln, rekrutierte er Einwanderer, darunter viele religiöse Dissenter, z.B. Quäker, Mennoniten, Amish, Herrnhuter und Baptisten. Die erste deutsche Siedlung wurde 1683 in Pennsylvania gegründet. Bis 1733 waren entlang der Atlantikküste dreizehn englische Kolonien entstanden.

Die meisten Auswanderer verließen ihre Heimat aus politischen oder religiösen Gründen, oder aus Abenteuerlust und angesichts der Möglichkeiten, die ihnen ihre Heimat nicht bot. Die meisten Siedler stammten aus England, aber es kamen auch Holländer, Schweden, Deutsche, und in geringerem Umfang französische Hugenotten, Spanier, Italiener und Portugiesen. Nur wenige Kolonisten konnten die Reise selber finanzieren und in einigen Fällen kamen sie als "indentured servants" (Arbeitsverpflichtete), die sich als Arbeitskräfte für einen festen Zeitraum verpflichteten. In anderen Fällen wurden die Kosten der Reise und der Unterbringung von Kolonialgesellschaften bezahlt. Die ersten afrikanischen Sklaven wurden 1619 nach Virginia gebracht. Ursprünglich wurden viele als indentured servants angesehen, die ihre Freiheit erlangen konnten. Aber seit den 1660er Jahren wurden Afrikaner als Gefangene nach Amerika gebracht, wo sie ihr Leben in unfreiwilliger Sklaverei verbrachten.

Die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen in Neuengland und den mittleren Kolonien unterschieden sich von denen der südlichen Kolonien. Der Boden in Neuengland hat eine dünne, steinige Krume und die Winter sind lang, so daß Landwirtschaft schwierig ist. Die Neuengländer wandten sich anderen Unternehmungen zu, machten sich die Wasserkraft zunutze und gründeten Kornmühlen und Sägewerke. Die Mehrheit der frühen Siedler wohnte in Dörfern und Städten in der Nähe von Häfen, und viele Neuengländer betrieben Handel oder führten ein Geschäft. Das Meer wurde eine Quelle großen Reichtums.

Die Gesellschaft in den mittleren Kolonien war unterschiedlicher und mehr kosmopolitisch als diejenige in Neuengland. Ende des 18. Jahrhunderts lebten 30000 Leute in Philadelphia. Sie repräsentierten viele Sprachen, Glaubensbekenntnisse und Geschäftszweige.

Obwohl in Philadelphia die Quaker dominierten, waren andere Gruppen in Pennsylvania ebenfalls gut vertreten. Deutsche galten als die besten Farmer der Kolonie. Wichtig waren auch Heimindustrien, wie z.B. Weberei, das Schusterhandwerk, der Bau von Schränken und andere handwerkliche Tätigkeiten. Schotten und Iren siedelten bevorzugt im Hinterland, wo sie Land rodeten, jagten und Landwirtschaft betrieben.

Die südlichen Siedlungen waren überwiegend agrarisch geprägt. In Virginia und Maryland hatten die Plantagenbesitzer, unterstützt durch Sklavenarbeit, die größte politische Macht und das beste Land. Zugleich saßen Bauern, die kleinere Anbauflächen bearbeiteten, in Volksver- sammlungen (popular assemblies) und nahmen politische Ämter wahr. Charleston, South Carolina, wurde der führende Hafen und das Handels- zentrum des Südens. Während Virginia an eine einzelne Pflanze - Tabak - gebunden war, exportieren North und South Carolina auch Reis und Indigo.

Anfang des 18. Jahrhunderts, hatte die koloniale Legislative zwei wichtige Rechte: Das Recht über Steuern und Ausgaben abzustimmen und das Recht Gesetze zu initiieren, statt Vorschläge des Gouverneurs auszuführen. Die gesetzgebende Gewalt nutzte diese Rechte um die Macht der königlichen Gouverneure zu kontrollieren und um Maßnahmen zu verabschieden, durch die ihre eigene Machtstellung ausgebaut wurde. Im Laufe der Zeit verlagerte sich das Zentrum der kolonialen Verwaltung von London in die Provinzhauptstädte.


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Die Unabhängigkeit
 

uch wenn von Einigen die Meinung vertreten wird, dass die amerikanische Revolution lange vor den ersten Schüssen im Jahr 1775 begann, so kam es doch erst 1763 zur offenkundigen Trennung der Wege von England und Amerika, 150 Jahre nach der Grün- dung der ersten beständigen Siedlung in Jamestown, Virginia. 1763, nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges und des French and Indian War, erlangte England die Kontrolle über Kanada und alle östlich des Mississippi gelegenen Gebiete Nordamerikas. Die seit langer Zeit an ein hohes Maß Unabhängigkeit gewöhnten Kolonien verlangten nun nach mehr Freiheit. Ihre Wirtschaftskraft und ihre kulturellen Errungenschaften hatten sich verbessert und fast alle regierten sich seit vielen Jahren selber.

Die britische Regierung, die zunehmend Gelder für die Unterstützung ihres wachsenden Imperiums benötigte, führte eine neue Finanzpolitik ein. Gelder für die Verteidigung der Kolonien sollten mit Hilfe einer gestärkten Zentralverwaltung zunehmend von den Kolonisten eingezogen werden. Dies würde die koloniale Selbstverwaltung einschränken. Die Kolonisten wehrten sich gegen die von England eingeführten neuen Steuern, z.B. den Sugar Act, den Stamp Act, den Townshend Act oder den Coercive Act.

Sie argumentierten, dass nur ihre eigene Kolonialversammlungen sie besteuern könne, und sie beriefen sich auf den Grundsatz "no taxation without representation" (keine Besteuerung ohne Vertretung). Der Konflikt eskalierte, und am 23. August 1775 erklärte König George III in einer Proklamation, dass die Kolonien sich in einem Zustand der Rebellion befänden. Am 4. July 1776 verabschiedete der Kontinentalkongreß die Unabhängigkeitserklärung.

Der bewaffnete Konflikt zwischen Amerika und England zog sich bis 1783 hin. Der Friedensvertrag, bekannt als die Treaty of Paris, erkannte die Unabhängigkeit, Freiheit und Souveränität der 13 ehemaligen Kolonien, nun Staaten, an. Sie erhielten von Großbritannien das Territorium westlich bis zum Mississippi, nördlich bis zur kanadischen Grenze und südlich bis Florida, welches an Spanien zurück gegeben wurde.

Die 13 Kolonien waren jetzt "freie und vereinte unabhängige Staaten" - aber noch keine vereinte Nation. Der Revolutionserfolg bot den Amerikanern die Möglichkeit, ihren in der Unabhängigkeitserklärung niedergelegten Idealen eine rechtliche Form zu geben. Missstände konnten auch durch die Verfassungen der einzelnen Staaten berichtigt werden. Bereits am 10. Mai 1776 verabschiedete der Kongress eine Resolution, in der den Kolonien empfohlen wurde neue Regierungen zu bilden.

Auf nationaler Ebene wurden die von John Dickinson 1776 geschaffenen Konföderationsartikel ("Articles of Confederation and Perpetual Union") vom Kontinentalkongress im November 1777 angenommen. 1781 wurden sie rechtswirksam. Die somit geschaffene Regierungsstruktur hatte viele Schwächen, zum Beispiel fehlte der Zentralregierung die Autorität Tarife und Steuern festzusetzen, den Handel zu regulieren. Sie hatte keine alleinige Kontrolle über die internationalen Beziehungen: einige Kolonien hatten eigene Verhandlungen mit anderen Ländern aufgenommen. Neun Staaten hatten eigenes Militär und mehrere eine eigene Flotte.

Im Mai 1787 trat in Philadelphia eine Versammlung zusammen, um eine neue Verfassung für einen Bundesstaat mit stärkerer Zentralgewalt aufzusetzen. Die Verfassung teilt die Regierung in drei eigenständige Gewalten, denen unterschiedliche Aufgaben zufallen. Die Macht jeder einzelnen Regierungsgewalt wird durch die Macht der beiden anderen in Balance gehalten, und die gegenseitige Kontrolle verhindert mögliche Kompetenzüberschreitungen. In den zwei Jahren nach Inkrafttreten der Verfassung wurden zehn Zusatzartikel, das sogenannten Bill of Rights, hinzugefügt.


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Sklaverei und Bürgerkrieg
 

m frühen 19. Jahrhundert erlangte die Sklaverei zunehmend Bedeutung als eine nationale Frage. In den frühen Jahren der Republik waren viele führende Persönlichkeiten davon überzeugt, dass die Sklaverei bald aussterben würde. Noch 1808, als der internatio- nale Sklavenhandel abgeschafft wurde, dachten viele, dass die Sklaverei bald beendet sein würde. Aber als neue wirtschaftliche Faktoren die Sklaverei zunehmend profitabler machten, stellte sich im Laufe der nächsten Generation der Süden geschlossen hinter die Institution Sklaverei. Zu den wirtschaftliche Faktoren gehörte v.a. der Aufschwung der Baumwollindustrie. Zuckerrohr und Tabak, zwei arbeitsintensive Feldfrüchte, führten ebenfalls zur Ausbreitung der Sklaverei.

Das Land teilte sich auf in Staaten, die Sklaverei erlaubten, und Staaten, die sie verboten. 1820 befassten sich Politiker mit der Frage, ob Sklaverei in den westlichen Territorien zulässig sein sollte. Der Kompromiss von Missouri legalisierte die Sklaverei in dem neuen Staat Missouri und im Arkansas Territorium, verbot sie aber überall sonst westlich und nördlich von Missouri. Die Fronten verhärteten sich zunehmend. Die 1850er Jahre können politisch als ein Jahrzehnt des Misserfolgs charakterisiert werden. Die Führer der Nation waren nicht in der Lage, die Frage der Sklaverei zu lösen oder auch nur einzudämmen.

Nachdem 1860 Abraham Lincoln zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Staaten aus der Union aus. South Carolina, Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana, Texas, Virginia, Arkansas, Tennessee, und North Carolina erklärten sich selbst zu einer unabhängigen Nation, den Konföderierten Staaten von Amerika. Dies war der Anfang des Amerikanischen Bürgerkrieges (Sezessionskrieg). Vier Jahre später kapitulierten die Konföderierten Staaten. Der Bürgerkrieg beendete die Sklaverei; er verdeutlichte aber auch, dass das Land kein Zusammen- schluss halbautonomer Staaten war, sondern ein unteilbares Ganzes. Im Dezember 1865 ratifizierte der Kongress den 13. Zusatzartikel zur U.S. Verfassung, der die Sklaverei abschaffte.

Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts verschob sich die Siedlungs- grenze über den Mississippi hinaus. 1803 verhandelte Präsident Jefferson den Kauf von Louisiana von den Franzosen. In der Zeit von 1816 bis 1821 entstanden sechs neue Staaten: Indiana, Illinois, Maine, Mississippi, Alabama und Missouri. 1865 folgte die Siedlungsgrenze im allgemeinen den westlichen Grenzen der am Mississippi gelegenen Staaten, umfasste aber auch die östlichen Gebiete von Kansas und Nebraska. Nur 25 Jahre später war dieses Gebiet bereits in Staaten und Territorien aufgeteilt. Die Expansion nach Westen führte zunehmend zu Konflikten mit Indianern.

Neu England und die Atlantik Staaten waren die Hauptzentren des produzierenden Gewerbes, des Handels und der Finanzen. Die Hauptpro- dukte waren Textilien, Bau- und Nutzholz, Kleidung, Maschinen und Wollprodukte. Die Wirtschaft des Südens basierte auf Landwirtschaft. Der Mittlere Westen, mit seinen unendlichen Prärien und seiner rapide wachsenden Bevölkerung, gedieh. 1849 wurde in Kalifornien Gold entdeckt. Ein wichtiger Impuls für das Wachstum im Westen war die Verbesserung der Transportwege. Zwischen 1850 und 1857 wurden fünf Schienenwege durch die Appalachian Mountains, die eine Barriere darstellten, gelegt. Der Osten und der Mittlere Westen wurden somit verbunden.

Zwischen 1840 und 1860 erreichte die erste Einwanderungswelle die Vereinigten Staaten. Fast 4,5 Millionen Einwanderer kamen ins Land. Die Auswanderung aus Europa wurde durch Hungersnöte, Bevölkerungsdruck und politische Unruhen stimuliert. Während des Bürgerkrieges, warben die Nordstaaten für die Einwanderung um die Reihen ihrer Truppen zu füllen. 1865 war fast jeder fünfte Unionssoldat ein Einwanderer der Kriegsjahre.


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Industrialisierung
 

ach Kriegsende 1864 war der Süden stark zerstört und verschuldet. Die Bevölkerung war demoralisiert. Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass die Probleme im Süden nicht durch eine radikale Veränderungen der Strukturen (radical reconstruction), strenge Gesetze und Hass gegenüber Anhängern der ehemaligen Föderation gelöst werden konnten. Im Mai 1872 verabschiedete der Kongress den Amnesty Act. Die Bevölkerung im Süden, mit Ausnahme von 500 Föderationsanhängern, erhielten die vollen politischen Rechte wieder.

In den Jahren zwischen dem Ende des Bürgerkrieges und dem Ersten Weltkrieg wandelten sich die Vereinigten Staaten von einer Agrarnation zu einer Industrienation. Das Land wurde eine führende Industriemacht. Grosse Fabriken und Stahlwerke, blühende Städte und immense Farmen überzogen das Land. Die erste transkontinentale Eisenbahn wurde 1869 fertiggestellt, und 1900 hatten die Vereinigten Staaten ein umfangreicheres Schienennetz als das gesamte Europa. Die Erdöl-, Stahl- und Textilindustrien florierten. Die Elektroindustrie blühte auf, als die Amerikaner eine Reihe von Erfindungen nutzten: Das Telefon, die Glühbirne, das Grammophon.

Doch der Süden blieb auch 30 Jahre nach dem Bürgerkrieg verarmt, vorwiegend agrarisch geprägt und wirtschaftlich abhängig. Seine Gesellschaft setzte eine strenge soziale Segregation von Weißen und Schwarzen durch und tolerierte rassistische Gewalt.

1890 gab es keine Siedlungsgrenze im Westen mehr. Die Regierungspolitik war darauf ausgerichtet gewesen, die Indianer hinter die Grenzen der weißen Besiedlung zurückzudrängen, aber die Reservate wurden immer kleiner und der Bevölkerungsdruck wuchs. Die Stammes- rechte wurden häufig missachtet. Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahr- hunderts waren eine Zeit der imperialen Expansion der Vereinigten Staaten. Sie vergrößerten ihren Einfluss und in einzelnen Fällen ihre Verfügungsgewalt über weit verstreute Gebiete im atlantischen und pazifischen Ozean und in Zentralamerika. 1867 erwarb Amerika Alaska von Russland.

Wenige Jahre nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898, übten die Vereinigten Staaten Kontrolle oder Einfluss aus auf Inseln in der Karibik, im mittleren Pazifik und in der Nähe des asiatischen Festlandes. Als die königliche Regierung von Hawaii 1893 seine Intention ankündigte, die Fremdeinflüsse zu beenden, schlossen sich amerikanische Geschäftsleute und einflussreiche Hawaiianer zusammen und setzten eine neue Regierung ein. Im Juli 1898 wurden die Inseln annektiert.

Das wirtschaftliche Wachstum und der Reichtum wurden aber auch von entsprechenden Problemen begleitet. Einzelne Firmen dominierten ganze Industrien, entweder alleine oder in Verbindung mit anderen. Trusts - riesige Firmenverbünde - versuchten Monopolstellungen in einigen Industrien zu erlangen. Mit dem Sherman Antitrust Act von 1890 wurden Trusts, Fusionen und Geschäftsabsprachen, die den freien Handel beschränken, verboten. Im Rahmen der Industrialisierung organisierten sich die Arbeiter zunehmend. Die Arbeitsbedingungen waren oft schlecht und selbst in guten Zeiten waren die Löhne niedrig, der Arbeitstag lang und die Arbeitsbedingungen gefährlich.

Wiederholte landesweite Wirtschaftskrisen führten zu einem Sinken der Industrielöhne und hoher Arbeitslosigkeit. Zeitgleich führten die technischen Verbesserungen, die mitverantwortlich waren für die Produktivität der Nation, zu einer sinkenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitern. Die Zahl der ungelernten Arbeitskräfte stieg jedoch beständig. Eine bisher nie erreichte Anzahl Einwanderer -- 18 Millionen zwischen 1880 und 1910 -- kam ins Land. In den rasch wachsenden Städten konnte die Bevölkerung nicht adäquat untergebracht oder versorgt werden.


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zwischen Intervention & Isolation
 

er Zeitraum von 1890 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird als "Progressive Era" bezeichnet. Als Reaktion auf die Auswüchse des Kapitalismus und der herrschenden politischen Korruptiondes des 19. Jahrhunderts, entstand eine Reformbewegung die sich "Fortschritt" nannte. Fast alle führenden Persönlichkeiten der Zeit waren zumindest teilweise an dieser Bewegung beteiligt. Die Ziele der Fortschrittlichen waren mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit, eine effektivere Regulierung der Geschäfte und eine Wiederbelebung des Gemeinschaftsgeistes. Sie glaubten, dass eine Stärkung der Regierung den Fortschritt der amerikanischen Gesellschaft und den Wohlstand des Bürgers garantieren würde.

Die größten Veränderungen fanden zwischen 1902 und 1908 statt. Viele Staaten erließen Gesetze zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbe- dingungen. Gesetze zur Kinderarbeit wurden gestärkt und neue erlassen. Die Altersgrenze wurde hochgesetzt, die Arbeitsstunden verkürzt, Nachtarbeit beschränkt und die Schulpflicht eingeführt.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Europa 1914, setzte Präsident Woodrow Wilson auf eine Politik strenger amerikanischer Neutralität. Im Januar 1917 erklärte Deutschland den unbeschränkten U-Bootkrieg gegen alle Schiffe, die alliierte Häfen anlaufen würden. Nachdem fünf amerikanische Schiffe versenkt worden waren, erklärte im April 1917 der Kongress Deutschland den Krieg. Er endete am 11. November, 1918 mit Verkündung des Waffenstillstands. Wilsons Vorschlag eines Völkerbundes wurde in den Vertrag von Versailles aufgenommen, aber nicht vom U.S. Senat ratifiziert und die Vereinigten Staaten beteiligten sich nicht am Bund. Die Majorität der Amerikaner bedauerte diese Entwicklung nicht. Die USA zog sich aus den europäischen Angelegenheiten zurück und wandten sich wieder der Innenpolitik zu.

Die Veränderungen in den 1920er Jahren waren weitreichend. Die Wochenarbeitszeit sank von 60 auf 48 Stunden. Zum ersten Mal wurde die Freizeit als ebenso wichtig angesehen wie Arbeit. Es war ein wunder- bares Jahrzehnt für die Künste und die Literatur in Amerika. Die Technologie breitete sich aus und Autos, Radios und Filme waren äußerst populär. Durch die steigenden Gewinne und niedrigen Zinsen stand sehr viel Geld für Investitionen zur Verfügung. Vieles davon, jedoch, floss in waghalsige Börsenspekulationen. Im Herbst 1929 war der New Yorker Börsenhandel aktiver als jemals zuvor. Am 24. Oktober 1929, dem Black Thursday, platzte die Seifenblase und die Börse brach zusammen. Banken schlossen. Die landesweite Wirtschaftskrise hielt bis weit in die 1930er Jahre an.

Die 20er Jahren waren goldene Jahre für Big Business, doch der oberflächliche Wohlstand übertünchte tiefgreifende Probleme. Die 1920er waren auch eine Zeit der Prohibition und Intoleranz, der Kriminellen und des Verbrechens. Fast 19 Millionen Menschen wanderten zwischen 1890 und 1921 in die Vereinigten Staaten ein. 1921 verabschiedete der Kongress erstmals eine restriktive Einwanderungsgesetzgebung. Der Grossteil der Einwanderer stammte aus Italien, Russland, Polen, Griechenland und dem Balkan. Es kamen aber auch Menschen von außerhalb Europas: Von Japan, Kanada und Mexiko.


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Weltwirtschaftskrise
 

m Oktober 1929 brach der Börsenhandel zusammen. 40% des Papierwertes der Stammaktien wurden vernichtet. Eine weltweite Wirtschaftskrise folgte. 1933 betrug der Wert der in New York gehandelten Aktien nur noch ein Fünftel des Wertes von 1929. Geschäfte und Fabriken schloßen, Banken waren zahlungsunfähig. Einkommen auf Farmen sank auf die Hälfte. Im Jahr 1932 war etwa ein Viertel aller Amerikaner arbeitslos. Das Grundproblem war die immense Disparität zwischen der Produktionskapazität und der Möglichkeit der Amerikaner zu konsumieren. Große Erfindungen in der Produktionstechnik während und nach dem Krieg hoben die Produktion über die Kaufkraft von U.S. Bauern und Lohnempfängern hinaus.

Der Präsidentschaftswahlkampf von 1932 war hauptsächlich eine Debatte über die Ursachen der Wirtschaftskrise und über mögliche Abhilfen. Der Republikaner Herbert Hoover wollte hauptsächlich auf den natürlichen Erholungseffekt bauen, während der Demokrat Franklin D. Roosevelt bereit war, die Autorität der Zentralregierung für experi- mentelle Lösungsansätze einzusetzen. Roosevelt wurde mit seinem Konzept für mehr soziale Gerechtigkeit, dem "New Deal" gewählt.

In gewisser Hinsicht kann behauptet werden, dass der New Deal eigentlich nur soziale und wirtschaftliche Reformen einführte, die vielen Europäern seit mehr als einer Generation vertraut waren. Wirklich bemerkenswert am New Deal war allerdings die Geschwindigkeit, mit der Sachen erreicht wurden, die zuvor Generationen gedauert hatten. Innerhalb von drei Monaten setzte Roosevelt eine große Zahl von Gesetzen zum Wiederaufbau der Wirtschaft um. Stellen wurden geschaffen durch den Bau neuer Straßen, Brücken, Flughäfen, Parks und öffentlichen Gebäuden. The Agricultural Adjustment Act (AAA) wurde 1933 vom Kongress verabschiedet um Farmern wirtschaftliche Unter- stützung zu geben und das Einkommen anzuheben. Aber während der 1930er Jahre, und insbesondere in den Jahren 1935 bis 1938, wurden die Staaten im Mittleren Westen von einer schweren Dürre heimgesucht und starke Winde und Staubstürme verwüsteten das Flachland, welches als "Dust Bowl" bekannt wurde.

Der New Deal führte zu einer bemerkenswerten Reihe legislativer Initiativen. Beachtliche Steigerungen in Produktion und Preisen wurden erreicht, aber er beendete nicht die Wirtschaftskrise. Aufgrund von Druck von rechten wie linken Gruppen, unterstützte Präsident Roosevelt eine weitere Reihe wirtschaftlicher und sozialer Maßnahmen (Second New Deal), darunter solche zur Bekämpfung von Armut, Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit durch Arbeitsangebote und die Entwicklung eines sozialen Netzes.

Die Works Progress Administration (WPA), die wichtigste Hilfsorgani- sation des sogenannten Second New Deal, stellte den Versuch dar, Arbeit statt Sozialhilfe anzubieten. Gebäude, Straßen, Flughäfen und Schulen wurden gebaut. Schauspieler, Maler, Musiker und Schriftsteller wurden im Rahmen des Federal Theater Project, des Federal Art Project und des Federal Writers Project angestellt. Aber der Eckpfeiler des New Deal war der Social Security Act aus dem Jahr 1935. Er schaffte ein Versicherungssystem, basierend auf Abgaben von Arbeitnehmer und -geber, für Rentner, Arbeitslose und Behinderten. 1936 gewann Roosevelt die nächste Präsidentschaftswahl noch deutlicher als 1932.


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Der zweite Weltkrieg
 

och bevor Roosevelts zweite Amtszeit richtig angelaufen war, wurde sein innenpolitisches Programm von Neuen Gefahren überschattet, die von den Durchschnittsamerikanern kaum wahrgenommen wurden: Die expansionistischen Ambitionen totalitärer Regime in Japan, Italien und Deutschland. Als Deutschland, Italien und Japan ihre Aggression aufrecht hielten, erklärten die Vereinigten Staaten, dass kein am Konflikt beteiligtes Land von ihnen Hilfe erhalten würde. Neutralitätsgesetze der Jahre 1935 bis 1937 verboten Handel mit oder Kredit für kämpfende Nationen. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa 1939, setzten die Vereinigten Staaten zunächst auf Neutralität.

Nach dem Fall von Frankreich und Beginn des Luftkrieges gegen Großbritannien 1940, verstärkte sich die Debatte zwischen denjenigen, die Hilfe für die Demokratien forderten und den Isolationisten. Letztendlich gewannen die Befürworter einer Intervention.

Die Vereinigten Staaten und Kanada gründeten ein Mutual Board of Defense, und zusammen mit lateinamerikanischen Ländern boten sie gemeinsamen Schutz den Nationen in der westlichen Hemisphere. Der Kongress bewilligte immense Summen für die Wiederbewaffnung und Anfang 1941 das Lend-Lease Program, durch welches Präsident Roosevelt Waffen und Ausrüstung an jede Nation (vor allem Großbritannien, die Sovietunion und China) liefern konnte, die für die Verteidigung der Vereinigten Staaten als wichtig angesehen wurden. In der Präsidentschaftswahl von 1940 erhielt Roosevelt wiederum die Mehrheit und zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, wurde ein Präsident für eine dritte Amtszeit gewählt.

Am 7. Dezember bombardierten die Japaner die Pazifikflotte der U.S. in Pearl Harbour, Hawaii. Am 8. Dezember erklärte der Kongress Japan den Krieg. Drei Tage später erklärten Deutschland und Italien als Japans Alliierte den Vereinigten Staaten den Krieg. Die Nation mobilisierte schnell seine Bevölkerung und seine gesamt Industrie. Alle Bereiche - Landwirt- schaft, Produktion, Bergbau, Handel, Arbeitskräfte, Investitionen, Kom- munikation, sogar Ausbildung und Kultur - wurden auf die eine oder andere Art unter neue und stärkere Kontrolle gebracht. Ende 1943 trugen etwa 65 Millionen Männer und Frauen Uniform oder arbeiteten in kriegsverwandten Beschäftigungen.

Die westlichen Alliierten einigten sich darauf, ihre militärischen An- strengungen auf Europa zu konzentrieren, wo das Zentrum der feind- lichen Macht lag, während der Krieg im Pazifik als weniger wichtig angesehen wurde. Am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, landeten die alliierten Truppen in der Normandie. Am 25. August wurde Paris befreit. Im Februar und März 1945 stießen die Truppen in Deutschland vor. Am 7. Mai kapitulierte Deutschland.

Der Krieg im Pazifik dauerte auch nach der Kapitulation Deutschlands an. Am 6. August wurde die Atombombe über Hiroshima abgeworfen und am 8. August über Nagasaki. Am 14. August stimmte Japan den Bedingungen zu, die in Potsdam am 26. Juli festgelegt worden war und am 2. September 1945 kapitulierte Japan.


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Nachkriegszeit
 

m 25. April 1945 trafen sich Vertreter von 50 Nationen in San Francisco um eine neue Organisation zu gründen, die Vereinten Nationen. Der amerikanische Senat ratifizierte den U.N. Charter mit 89 zu 2 Stimmen.

Dieses Vorgehen bestätigte das Ende des Isolationismus als dominieren- des Element der amerikanischen Außenpolitik. Der Kalte Krieg war die wichtigste politische Frage der frühen Nachkriegszeit. Er entwickelte sich aus langjährigen Spannungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Während des Zweiten Weltkrieges waren die beiden Länder Alliierte gewesen, aber nach Kriegsende kamen alte Spannungen wieder zum Tragen.

Deutschland wurde zum geteilten Land, mit einer Westzone unter gemeinsamer britischer, französischer und amerikanischer Besatzung. Im Frühjahr 1948 errichteten die Sowjets eine Blockade um Westberlin. Die Westmächte reagierten mit einer massiven Luftbrücke zum Transport von Nahrungsmitteln und Brennstoffen, bis die Sowjets die Blockade im Mai 1949 aufhoben.

Die Eindämmung der Macht der Sowjetunion (Containment) wurde zur vorrangigen amerikanischen Nachkriegspolitik und stand im Zentrum der Truman Doktrin. Containment sah auch eine umfassende Wirtschaftshilfe, allgemein unter dem Namen "Marshall Plan" bekannt, für das kriegszerstörte Europa vor. Im April 1949, wurde die North Atlantic Treaty Organization (NATO) gegründet. Rüstungskontrolle wurde ein integraler Teil der amerikanischen Sicherheitspolitik. Die Vereinigten Staaten reagierten auch auf Herausforderungen in Asien und der Korea Krieg (1950 - 1953) führte zu bewaffnetem Konflikt zwischen den USA und China.

Der Kalte Krieg hatte auch tiefgreifende Auswirkungen auf die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten. Vorkommnisse in anderen Ländern und Spionageskandale im eigenen Land schürten antikommunis- tische Gefühle. Als schärfster Gegner des Kommunismus erwies sich Joseph McCarthy. Er macht sich dabei die umfangreiche Berichter- stattung in Presse und Fernsehen zunutze und beschuldigte hochrangige amerikanische Regierungsmitglieder und Beamte des Verrats. Aber die Unterstützung der Öffentlichkeit ließ schließlich nach und der Senator wurde für sein Verhalten verurteilt.

In den anderthalb Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, erlebten die Vereinigten Staaten einen unglaublichen Wirtschaftsaufschwung. Der Krieg brachte die Rückkehr des Wohlstandes, und die U.S.A. konnten ihre Stellung als die reichste Nation der Welt festigen. Ein Gefühl der Uniformität durchdrang die amerikanische Gesellschaft. Gleichförmigkeit war weit verbreitet, indem Jung und Alt den Gruppenormen folgten statt eigene Wege zu gehen. Zur selben Zeit wurden Afro-Amerikaner aktiv und die Bürgerrechtsbewegung begann. Der Bundesgerichtshof (Supreme Court) erklärte in den späten 1950er Jahren die Segregation von Schulen und Bussen für verfassungswidrig. Der Civil Rights Acts aus dem Jahre 1957 autorisierte die Intervention den Bundes, wenn Afro-Amerikanern die Möglichkeit zu wählen verweigert wurde.


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Die 60ér und 70ér Jahre
 

is Anfang der 1960er Jahre war die Macht der Regierung zunehmend stärker geworden. Die Zahl der bei der Bundesregierung angestellten Zivilisten war in den 1950er Jahren auf durchschnittlich 2.5 Millionen gestiegen. Ausgaben des Bundes überstiegen $150 Tausend-Millionen in den 1960ern. Die meisten Amerikaner akzeptieren die erweiterte Rolle der Regierung, waren aber uneins darüber, weit diese Expansion noch gehen sollte. 1960 wurde John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt. Mit nur 43 Jahren war er der bisher jüngste Präsident. Kennedy wollte eine starke Führung dazu nutzen, wirtschaftliche Vorteile allen Bürgern zukommen zu lassen, aber sein äußerst knapper Wahlsieg behinderte sein Vorhaben und seine politischen Handlungsmöglichkeiten waren oft begrenzt.

Im Oktober 1962, wurde Kennedy mit der, wie sich später herausstellte, schwersten Krise des Kalten Krieges konfrontiert: Der Cuban Missile Crisis (Kubakrise). Nachdem die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba stationierte, entschloss sich Kennedy eine Quarantäne durchzusetzen um sowjetische Schiffe daran zu hindern, weitere Raketen nach Kuba zu bringen. Er forderte die Sowjetunion öffentlich auf, die Waffen zu ent- fernen. Nach mehreren spannungsgeladenen Tagen, zog sich die Sowjetunion zurück. Ein weiterer Wettbewerb wurde im Weltall ausgetragen nachdem die Sowjetunion 1957 Sputnik ins All geschossen hatte. Im April 1961 erzielten sie einen weiteren Sieg im All indem sie den ersten Menschen in die Erdumlaufbahn sandten. Kennedy antwortete mit dem Versprechen, dass vor dem Ende des Jahrzehnts Amerikaner auf dem Mond landen würden, und im Juli 1969 betrat Neil Armstrong die Mondoberfläche.

Kennedy, der 1963 ermordet wurde, erlebte diesen Erfolg nicht mehr. Sein Nachfolger, Lyndon B. Johnson, setzte einige Gesetze der Kennedy Agenda um und schuf so ein soziales Reformprogramm, dass er mit dem Begriff "Great Society" beschrieb. Der Kampf der schwarzen Amerikaner erreichte seinen Höhepunkt in der Mitte der 1960er Jahre. Obwohl die Bürgerrechte in Kraft traten, ging einigen Schwarzen der Fortschritt nicht schnell genug. Militante Forderungen nach Reformen wurden von Gewalt begleitet. In den Städten brachen Unruhen aus, als Schwarzenführer die gewaltfreie Vorgehensweise von Dr. Martin Luther King kritisierten. Die Ermordung Kings im Jahre 1968 löste Rassenkrawalle in mehr als 100 Städten aus.

Während der sechsjährigen Amtszeit von Präsident Johnson, eskalierte das Engagement der Vereinigten Staaten in Vietnam. Obwohl Politiker den Krieg als eine notwendige Maßnahme zur Bekämpfung des Kommunis- mus ansahen, glaubte eine wachsende Zahl von Amerikanern, daß die Geschehnisse in Vietnam nicht die vitalen Interessen der Vereinigten Staaten berührten. Demonstrationen gegen die amerikanische Beteiligung an dem nicht offiziell erklärten Krieg brachen an Universitäten aus.

Aufgrund seiner fortwährend abnehmenden Popularität beschloss Präsident Johnson nicht eine zweite volle Amtszeit anzustreben. 1968 wurde Richard Nixon zum Präsidenten gewählt. Er handelte einen Friedensvertrag mit Nordvietnam aus und erzielte eine Reihe weiterer diplomatischer Durchbrüche. Er nahm Verbindungen mit der Volksrepublik China auf und verfolgte erfolgreich eine Politik der Entspannung mit der Sowjetunion. 1974 trat er zurück als klar wurde, dass der Kongress ihn wegen der Beteiligung des Weißen Hauses an der Watergate Affäre wegen Amtsvergehen anklagen würde.


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Der Weg ins 21. Jahrhundert
 

n den 1980er Jahren wurde ein Wandel in der Struktur der amerikanischen Gesellschaft sichtbar, der vor Jahren oder gar Jahrzehnten begonnen hatte. Die Zusammensetzung der Bevölkerung und die Verteilung der wichtigsten Berufe und Fähigkeiten hatten sich grundlegend verändert.

Bei vielen Amerikanern lösten die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklungen in den zwei vorangegangenen Jahrzehnten eine Stimmung der Desillusionierung aus. Das Mißtrauen gegenüber der Regierung und gegenüber ihrer Fähigkeit, die großen sozialen und politischen Probleme des Landes zu lösen, wuchs. Die Konservativen befanden sich, obgleich sie auf nationaler Ebene schon lange nicht mehr an der Macht waren, in einer günstigen Position, um diese neue Stimmung auszunutzen. 1980 wurde nach 26 Jahren die demokratische Vorherrschaft durchbrochen, als die Republikaner im Senat eine Mehrheit erhielten.

Gleichzeitig wurde der Republikaner Ronald Reagen zum Präsidenten gewählt. Das zentrale Thema seiner Innenpolitik war, daß die Bundesre- gierung zu groß und einflußreich und die Bundessteuern zu hoch seien. In der Außenpolitik strebte er eine stärkere Rolle für die Nation an.

In den ersten Jahren von Reagans Präsidentschaft hielt eine wirtschaftliche Rezension an, aber die Lage besserte sich ab 1983 und die USA begann eines der längsten wirtschaftlichen Wachstumsphasen seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Wachstum beruhte allerdings zu einem großen Teil auf defizitären Ausgaben.

George Bush, ehemaliger Vizepräsident, wurde 1988 zum Präsidenten gewählt. Er führte Reagans Politik in vielen Bereichen weiter. Seine Versuche, den Etat zu kontrollieren, waren jedoch problematisch. In der Außenpolitik verhandelte er mit der Sowjetunion über Waffenkontrollver- einbarungen und die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland.

Im August 1990 marschierte der Irak in Kuwait ein. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete 12 Resolutionen, in denen die Irakische In- vasion verurteilt wurde und weitreichende wirtschaftliche Sanktionen über den Irak verhängt wurden. Die 12. Resolution vom 29. November, befürwortete den Einsatz von Gewalt durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, falls sich der Irak nicht bis zum 15. Januar 1991 aus Kuweit zurückgezogen hatte. Krieg brach in weniger als 24 Stunden nach Ablauf des Ultimatums aus. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Italien, Saudi Arabien und Kuweit befreiten Kuweit. Zu Hause setzten sich die Amerikaner mit einigen alt bekannten und tiefgreifenden Problemen auseinander, als die Vereinigten Staaten die größte Wirtschaftskrise seit den frühen 1980er Jahren hatte.

1992 wurde der Demokrat Bill Clinton zum Präsidenten gewählt. In seiner Rede zur Lage der Nation (State of the Union) vom Januar 2000, beschreibt Präsident Clinton die Fortschritte, die in den 90er Jahren gemacht wurden: "Wir beginnen das neue Jahrhundert mit über 20 Millionen neuen Arbeitsplätzen, dem schnellsten Wirtschaftswachstum seit über 30 Jahren, der niedrigsten Arbeitslosenrate seit 30 Jahren, der niedrigsten Armutsrate seit 20 Jahren, der niedrigsten je verzeichneten Arbeitslosenrate unter Afroamerikanern und Hispaniern, den ersten aufeinander folgenden Haushaltsüberschüssen seit 42 Jahren. Und im nächsten Monat werden die Vereinigten Staaten das längste Wirtschaftswachstum unserer gesamten Geschichte verzeichnen."

Im November 2000 wurde der Republikaner George Walker Bush zum Präsidenten gewählt.



 

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